Die Jesuiten – Bibliothek

Wusstest du, dass es hier ein Buch gibt, das so alt ist wie die Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus? Und dass Wissenschaft früher anders als heute funktionierte?

Es ist total spannend, sich da einmal durchzublättern. Mit Handschuhen natürlich. 😉

Eine alte Schulbibliothek – woher und wozu?

Seit wann gibt es die Jesuitenbibliothek?

Die Anfänge der Bibliothek reichen in die Gründungszeit der Schule im Jahre 1627 zurück. Bis zum Jahr 1773 – der Auflösung des Ordens – stellten die Jesuiten eine umfangreiche und kostbare Bibliothek zusammen. Aus dieser Zeit sind noch ca. 1.000 Bücher im Bestand. Eine besondere Kostbarkeit ist die Vergil-Ausgabe von 1491, der Holzdeckel ist mit Verzierung in Kalbsleder überzogen, beeindruckend die im Blumenstil gezeichneten, nicht gedruckten colorierten Schmuckinitialen. Welche Rarität dieses Buch darstellt wird daran deutlich, dass es insgesamt nur noch neun Exemplare auf der Welt gibt, nördlich der Alpen nur noch die Ausgabe in der niederländischen Nationalbibliothek von Den Haag.

Warum ist sie heute wichtig?

Die Bücherei umfasst insgesamt 11.000 Bände, ihr Bestand vermehrte sich besonders im 19. Jahrhundert unter dem Direktor Bernhard Sökeland. Sie umfasst alle Wissensgebiete, einmalig die geschlossene Sammlung der Reisebeschreibungen mit farbigen Illustrationen, Kupfer- und Stahlstichen und Quellen zur engen und weiteren Heimatgeschichte. Nach Auskunft von Sachverständigen ist diese Bücherei nicht nur ein Zeugnis der Geschichte des Nepomucenums, sondern auch der Coesfelder Bildungs- und Geistesgeschichte und der Westfalens.

Interessant ist für uns heute, welche Bücher früher verboten wurden oder verändert werden mussten. Außerdem gibt es hier auch ganz alte Schulbücher. So können wir nachvollziehen, wie die Menschen früher dachten, schrieben und erzogen haben.

Kann man sich die Bücher und die Bibliothek angucken?

Wer sich dafür interessiert, darf gern in Begleitung in die Bibliothek. besonders toll ist es natürlich, wenn Herr Wachsmann dabei ist. Er kümmert sich um all die alten Schätze und kann viel Wissenswertes dazu berichten. Bestimmt lässt sich immer ein Termin finden. Meldet euch am besten vorab im Sekretariat.

In die spannende Lektüre vertieft: Norbert Damberg, Ludger Wachsmann, Schulleiterin Angela Bülo, Dr. Mechthild Neu-Berlitz und Dr. Stefan Neu 
Foto: Marek Walde

Hier guckt sich Frau Bülo selbst eines der Bücher an. Daneben steht Herr Wachsmann, der ihr alles dazu erklärt hat.

Ludger Wachsmann, der die alte Jesuitenbibliothek im Nepomucenum betreut, erklärt den Mitgliedern des Kulturausschusses, wo es Handlungsbedarf gibt.

Foto: Florian Schütte

Hier ist der Kulturausschuss der Stadt zu Besuch, der sich anschaut, was alles gemacht werden muss.

Restauratorin Eva Hergesell arbeitet sowohl mechanisch mit zahnmedizinischem Besteck...

Restauratorin Eva Hergesell arbeitet sowohl mechanisch mit zahnmedizinischem Besteck… Foto: az