Nepomucenum
Städtisches Ganztagsgymnasium
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PSF 1452

Sport: Methoden

In der Praxis des Schulsports sind Methoden allgegenwärtig. Die gesamte Gestaltung des Unterrichts ist darauf ausgerichtet, die zielorientierte Auseinandersetzung mit den Unterrichtsthemen systematisch und planmäßig anzulegen. Unterricht ist daher so zu inszenieren, dass Schüler leichter und besser lernen, als sie dies ohne Hilfe des Lehrers täten. Aber wie lassen sich diese Methoden bestimmen?

Die Methodenentscheidung steht immer in Interdependenz mit der „Intention“ (dem Ziel), mit denen die pädagogischen Absichten des Sportunterrichts angestrebt werden, sowie dem „ Inhalt“ (dem Stoff), der vermittelt wird, um dieses Ziel zu erreichen.

Demnach hat jeder Sportlehrer didaktische Entscheidungen zu treffen, die das „Wozu“ (Ziele), „Was“ (Inhalte) und „Wie“ (Methoden) des Unterrichts bestimmen. Aus diesen didaktischen Entscheidungen entwickelt sich eine Komplexität des methodischen Handelns.

Es sind Entscheidungen auf der Ebene des allgemeinen Unterrichtskonzeptes zu treffen. Dabei sind geschlossene und offene Konzepte zu unterscheiden. Die geschlossenen Konzepte zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Lenkung durch den Lehrer aus. Er sorgt dafür, dass die Schüler schnell und effektiv das angestrebte Ziel erreichen.

Offene Konzepte sind wiederum durch ein hohes Ausmaß an Selbsttätigkeit der Schüler gekennzeichnet. Die Unterrichtskonzeption ist so gekennzeichnet, dass sich die Schüler auf die eigenständige und kreative Auseinandersetzung mit den anstehenden Problemen einlassen. Hier besteht eine methodische Offenheit.

Nach dieser Entscheidung des allgemeinen Unterrichtskonzeptes fällt auf einer zweiten Ebene die Entscheidung über die Unterrichtsschritte. Die Bestimmung einzelner Phasen und Etappen kann formal über Zeitangaben erfolgen. Eine Einzelstunde könnte zum Beispiel in folgende Unterrichtschritte gegliedert sein: Einordnung des Stundenthemas, Einstimmung, motorische Erarbeitung und Anwendung. Neben dieser Einteilung gibt es wiederum eine Vielzahl anderer Strukturelemente, indem man z.B. die motorische Phase gegen eine motorisch-kognitive Phase austauscht.

Nun schließt sich die Wahl der Unterrichtsorganisation (Sozialformen), der methodischen Maßnahmen (Aktionsformen) sowie die Wahl der Auswertung an. Folgende Übersicht gibt einen Einblick in die Vielzahl verschiedener Methoden, mit denen der Unterricht gestaltet wird:

  1. Lehrmethoden
  2. Methoden der Unterrichtsorganisation (Sozialformen)
  3. Methodische Maßnahmen (Aktionsformen)
1. Lehrmethoden
  • „optische“ Maßnahmen der Demonstration (vormachen durch Schüler und Lehrer; vorzeigen mit Hilfe von Film, Zeichnung, Diareihe, Fotoserien, Videorecorder,…)
  • „verbale“ Maßnahmen der Anweisung und Erklärung (beschreiben der sensomotorischen Fertigkeiten, benennen einzelner Sequenzen, sprachliche Verdeutlichung von Ablauf und Dynamik einer Bewegung; Bewegungserklärung aufgrund der mechanischen, morphologischen und physiologischen Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Motorik; altersabhängige Darstellung der Ursachen und Kausalitäten; Bewegungsaufgabe, Bewegungsanweisung, Bewegungskorrektur, Unterrichtsgespräch,…..)
  • „praktische“ Maßnahmen der Bewegungshilfe und –sicherung (Geländehilfe, Partnerhilfe, Helfen und Sichern, mentales Training)
  • unter dem Aspekt des motorischen Lernens: direkte und indirekte Methode
  • unter dem Aspekt der Aufbereitung des Stoffes: Ganzheitsmethode und analytisch-synthetische Methode
  • unter dem Aspekt der Aneignung durch den Schüler: deduktive und induktive Methode
  • Trainingsmethoden: Dauerleistungsmethode Intervallmethode (extensiv, intensiv) Wiederholungsmethode
2. Methoden der Unterrichtsorganisation (Sozialformen)
  • Grundformen der Klassengruppierung
  • Grundformen des Übungsablaufs in der räumlichen und zeitlichen Dimension
  • Grundformen der Raumaufteilung
  • Grundformen des Geräteaufbaus
3. Methoden und Formen des selbständigen Arbeitens der Schüler
  • Methoden der Analyse von Bewegungsabläufen
  • Methoden der Analyse von Spielhandlungen
  • Exakte Beobachtung und Beschreibung von Bewegungshandlungen
  • Lösung bewegungsbezogener Aufgabenstellungen
  • Erproben und experimentieren · Arbeiten in der Gruppe/Mannschaft
  • Verbesserung von Arbeits-, Gesprächs- und Kooperationstechniken
  • Bereitschaft und Fähigkeit zu Absprachen · Verständigung unter den Beteiligten
  • Verantwortliche Übernahme von Aufgaben · Übernahme von Leitungsaufgaben im Lern- und Übungsprozess