Nepomucenum
Städtisches Ganztagsgymnasium
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Geschichte_Basiswissen 4

Das 20. Jahrhundert

Die Orientierungsdaten beziehen sich weitgehend auf die Ausgabe „Geschichte und Geschehen 3“ von Klett. Um diese Liste nicht zu sehr zu überfrachten und eine den Schülern aus dem Lehrbuch geläufige Sprache beizubehalten, sind bei einigen Begriffen nur die Seitenangaben zu den besonders gekennzeichneten Definition im Buch angegeben.

Versailler Friedensvertrag:

Am 28.6.1919 wird in Versailles bei Paris der Vertrag zwischen den Alliierten einerseits und dem Deutschen Reich und seinen Bündnispartnern andererseits zur Beendigung des Kriegs geschlossen. Alle Entscheidungen in V. lagen in den Händen der Regierungsführer Clemenceau (F), Lloyd George (GB) und Wilson (USA). Das deutsche Volk (und d.h. hier auch die Österreicher) lehnte die Bestimmungen des Vertrags weitgehend ab, weil die Kriegsschuld ausschließlich ihm angelastet wurde. Der Vertrag umfasste u.a. erhebliche Gebietsabtretungen sowie enorme Reparationszahlungen an die Siegermächte.

Novemberrevolution:

Deutsche Rev. von 1918, die das II. Deutsche Kaiserreich beseitigte und den Übergang zur Weimarer Republik schuf. Nach heftigen Flügelkämpfen zwischen den Anhängern verschiedener sozialdemokratischer und sozialistischer Strömungen innerhalb der SPD konnte sich schließlich die Mehrheitsfraktion der SPD mit dem Modell einer parlamentarischen Demokratie gegen das Modell der Räterepublik durchsetzen.

Weimarer Republik:

Dschlds. erste Republik mit demokratischer Verfassung.( 1919-1933) Die den neuen Staat tragenden Parteien SPD, kath, ZETRUM und die liberale DDP (Deutsche Demokratischen Partei) bildeten die erste Koalitionsregierung. Die Verfassung wurde wegen anhaltender revolutionärer Unruhen nicht in Berlin, sondern in Weimar ausgearbeitet. Erster deutscher Reichspräsident der Republik wurde Friedrich Ebert (SPD)

Notverordnungen:

Vgl. LB, S. 86

Völkerbund:

Vgl. LB, S. 47

 

Totalitärer Staat:

In einem T.S. hat die herrschende Gruppe oder Person alle Bereiche des öffentlichen Lebens unter ihrer Kontrolle. Der Einzelne ist dem Staat völlig untergeordnet und schutzlos Preis gegeben. Gewaltenteilung. Menschen- und Grundrechte, die institutionalisierte Opposition sowie Meinungsfreiheit und Parteienvielfalt sind ausgeschaltet. Das Herrschaftssystem zwingt die Bevölkerung durch Propaganda und Terror im Sinne ihrer Ideologie zur Anpassung.
Deutschland unter Hitler(1933-45) und die SU unter Stalin (1929-1953) waren – bei entgegengesetzten ideologischen Grundlagen – ausgeprägte totalitäre Staaten.

Appeasement-Politik:

Vgl. LB, S. 125

Die drei großen Ideologien des 20. Jhds.

  1. 1. Kommunismus:

Ableitung vom Wort Kommune, d.h. Gemeinde, Gemeinschaft. Bei dem Philosophen K. Marx meint K. die höchste Stufe der menschlichen Entwicklung im Geschichtsprozess, was die Aufhebung jeglichen Privateigentums voraussetzt, weil es andere Menschen in die soziale Abhängigkeit zwinge. In der realen Geschichte wurde dieser gesellschaftliche Zustand durch politischen Kampf verschiedentlich angestrebt. (Sowjetunion 1917 – 1990)

Bolschewismus:

Der B. bildete die politische Strömung innerhalb der russischen Sozialdemokratie, die sich für einen revolutionären Weg in den Sozialismus entschied. Der B. bildete nach der Oktoberrevolution zunehmend hierarchisch-zentralistische Ideen und Strukturen aus. die auf einen kommunistischen Führer (Lenin, Stalin ) ausgerichtet waren.

(Vgl. weiterhin LB, S. 15)

Oktoberrevolution:

2. Phase der großen Revolution von 1917. die im Februar begann. Während die Menschewiki und die Sozialrevolutionäre sich mit der bürgerlichen Revolution und der parlamentarischen Republik begnügen wollten, war Lenin davon überzeugt. Russland sei „reif‘ für eine sozialistische Rev. Mit der bolschewistischen Machtübernahme am 25. Okt. 1917 (in Petrograd. heute Leningrad) wird die .Diktatur des Proletariats“ im Kontext einer Räterepublik errichtet. („Sowjetrepublik“ )

Räterepublik:

Vgl. LB, S. 61

Stalinismus:

Periode der als .. Diktatur des Proletariats“ verschleierten Diktatur Josef Stalins in der SU (1929-1953) Stalin erreicht dies durch systematische Ausschaltung seiner Gegner innerhalb der KPdSU durch Intrigen. Dadurch konzentriert er die Macht in der Parteispitze auf seine Person. Während der Phase des St. sind Terror, Schauprozesse, Deportationen und Massenmorde „normale“ Mittel einer Politik der gewaltsamen und übereilten Modernisierung der UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken), die in zwei Jahrzehnten zur technologischen Großmacht heranwächst.

  1. 2. Faschismus:

Sammelbezeichnung für politische Bewegungen, deren Ideologie durch einen extremen Nationalismus, Antiparlamentarismus. diktatorische Herrschaftsstrukturen und eine gewaltsame Ausgrenzurig von Minderheiten sowie durch imperialistische Expansion gekennzeichnet ist. Solche Bewegungen bekämpfen Demokratie, Liberalismus, Sozialismus und Kommunismus und setzen dazu Propaganda und Terror ein.

(Vgl. dazu LB, 101)

Nationalsozialismus:

Ausprägung des Faschismus in Deutschland zwischen 1933-1945. 1920 gründet A. Hitler in München die NSdAP (Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei) als Sammelbecken für verschiedene antirepublikanische Gruppierungen. Zielsetzung des NS ist es, den Herrschaftsanspruch des deutschen Volkes durch Vereinigung aller sozialen und nationalen Kräfte auf revolutionärem Wege durchzusetzen. Als Vorbild für die äußerliche Gestaltung diente Hitler der italienischen Faschismus. Die Wurzeln des NS liegen in der preußisch-militaristischen Tradition, in einem irrational-romantischen Volksbegriff, in der Rassenlehre, die sich zur Vorstellung einer welthistorischen Mission des deutschen „Herrenvolkes“ steigerten. In negativer Abgrenzung definierte sich der NS vor allem antisemitisch. antikommunistisch, anti liberal und antidemokratisch.

Antisemitismus:

Bezeichnung für feindselige Einstellung gegenüber Juden. Seit ihrer Vertreibung aus Palästina lebten viele Juden in ihren Gemeinden als ausgegrenzte Minderheiten über die ganze Welt verstreut. Als Sündenböcke für missliebige Entwicklungen wurden sie immer wieder gequält lind verfolgt (Progrome – vgl. LB, S. 121). Der Völkermord an den europäischen Juden (Holocaust – vgl. LB, S. 133) durch Deutsche bildet den Höhepunkt dieser Verfolgungsgeschichte .

Rassenideologie:

Bezeichnung für eine Weltanschauung. die die Erkenntnisse der biologischen Rassenkunde und Evolutionstheorie des 19. Jhds (Darwin) auf die menschl. Geschichte und Gesellschaft verzerrt überträgt. Daraus leiten Vertreter der R. biologisch-bedingte Wertunterschiede unter den Menschenrassen ab, um so eine Rechtfertigung für Unterdrückung „unwerten Lebens“ und „minderwertiger Rassen“ durch sogenannte „Herrenrassen“ zu gewinnen.

  1. 3. Kapitalismus:

Vgl. LB; S. 37

New Deal:

„Neuverteilung“ – so lautet das Schlagwort des mit einzelnen sozialdemokratischen Zügen ausgestatteten Programms des Präsidenten F.D. Roosevelt zur Überwindung der Wirtschaftskrise der 30iger Jahre in den USA. Völlig neu für die USA daran war die staatliche Regulierung des Wirtschaftslebens, so dass der Kapitalismus zum „kontrollierten Kapitalismus“ wurde.

Manifest destiny:

Vgl. LB, S. 42

Monroe-Doktrin:

Vgl. LB, S. 43

Nachkriegszeit

UNO:

„United Nations Organisazion“. Nachfolgeorganisation des Völkerbundes (vgl. oben).

Wirtschaftswunder:

Schlagwort für den raschen wirtschaftlichen Aufschwung in der BRD nach der Währungsreform 1948.

Parlamentarismus:

Im weitesten Sinne eine Regierungsform, in der ein gewähltes Parlament zentrales Beschlussorgan ist (→ parlamentarisches Regierungssystem)

Soziale Marktwirtschaft:

Soziale Marktwirtschaft ist ein gesellschafts- und wirtschaftspolitisches Leitbild mit dem Ziel, „auf der Basis der Wettbewerbswirtschaft die freie Initiative mit einem gerade durch die wirtschaftliche Leistung gesicherten sozialen Fortschritt zu verbinden“. Ursprünglich ein Wahlkampfslogan, wurde sie von Ludwig Erhard, der bei den wirtschaftstheoretischen Vorarbeiten beteiligt war, umgesetzt und prägte die Wirtschafts- und Sozialpolitik der frühen Bundesrepublik wesentlich.

DDR -SED-Staat:

Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands = SED war ein Zwangszusammenschluss zwischen Teilen der SPD und der KPD in der sowjetischen Besatzungszone. Legitimiert durch die Siegenmacht Sowjetunion wurde die SED zur „allein berechtigten Vertretung der Arbeiterklasse im Aufbau einer deutschen sozialistischen Gesellschaft“ (Ulbricht) nach dem Vorbild der KPdSU. Unter ihrer Führung wurde 1949 die DDR (Deutsche Demokratische Republik) gegründet. Die mit besonderen Vollmachten ausgestattete SED blieb bis zum Zusammenbruch der DDR (1990) deren alleinige Regierungspartei.

Entstalinisierung:

Der sowjetische Diktator Stalin starb 1953. Auf dem 20. Parteitag der KPdSU leitete der spätere Regierungschef Nikita Chruschtschow seine Politik der Abkehr vom Stalinismus ein: Stalins Anhänger wurden aus wichtigen Ämtern entfernt und Stalindenkmäler gestürzt. Nach dem nun erklärten „Ende der Diktatur des Proletariats“ erfolgte eine deutliche politische und wirtschaftliche Kurskorrektur. Das änderte jedoch nichts am undemokratischen Aufbau der KPdSU und des Verwaltungsapparats der Sowjetunion.

Entnazifizierung:

Versuch, das politische und gesellschaftliche Leben in Deutschland und Österreich nach 1945 von Nationalsozialisten und nationalsozialistischen Einflüssen zu befreien.

Friedliche Koexistenz:

In den Jahren 1953-1964 versuchte der Partei- u. Regierungschef der SU Nikita Chruschtschow die enormen Kosten und Anstrengungen, die der Kalte Krieg verursachte, etwas zu drosseln. Den militärisch-politischen Konkurrenzkampf der Systeme wollte er auf regional begrenzte, antikoloniale Befreiungskriege beschränken. Für diese Politik der Vermeidung eines globalen Kriegs warb er mit dem Begriff der F.K.

Kalter Krieg:

Die Metapher bezeichnet die Epoche zwischen dem Ende des II. Weltkriegs und der Auflösung der SU (1945-1990). Gemeint ist damit der Zustand mehr oder minder aggressiver Spannungen zwischen den Supermächten USA und SU und den ihnen angeschlossenen Staaten innerhalb der Bündnissysteme NATO und Warschauer Pakt.

Permanente Hochrüstung mit Overkill-Potential, die Politik des „Gleichgewichts des Schreckens“ waren neben zahlreichen propagandistischen Mitteln der Kriegsführung (Sport, Weltraumforschung) kennzeichnend für diese Epoche. Der Bau der Berliner Mauer und die Kuba-Krise Anfang der 60iger Jahre bildeten den Höhepunkt des Kalten Krieges.

Nato:

“North Atlantic Treaty Organisation”. 1947 geschlossenes westliches Verteidigungsbündnis unter der militärischen Führung der USA. Die Nato-Staaten sahen sich nach der erfolgreichen Zündung der ersten sowjetischen Atombombe und der Gründung der kommunistisch orientierten VR China vom Ostblock bedroht

Warschauer Pakt:

Militärisches Bündnis, das 1955 in Warschau mit einem vereinten Oberkommando der Streitkräfte aller sog. Ostblockstaaten unter der Führung der SU als Gegenstück zu NATO gegründet wurde.

Neue Ostpolitik:

Bezeichnung für den außenpolitischen Kurswechsel in der Koalitionsregierung Brandt (SPD)/Scheel(FDP) zwischen 1970- 1973, bei dem es um eine Normalisierung der Beziehung zwischen BRD und Ostblockstaaten ging. Zu diesem Zweck wurden insgesamt fünf „Ostverträgen“ abgeschlossen, u.a. der Warschauer Vertrag zur endgültigen Klärung der Grenzfrage, der Vertrag mit der Tschechoslowakei, der das Münchner Abkommen von 1938 aufhob.

Wiedervereinigung:

Als Deutsche Wiedervereinigung wird der durch die friedliche Revolution in der DDR angestoßene Prozess der Jahre 1989 und 1990, der zum Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 führte, bezeichnet. Die damit vollzogene Deutsche Einheit, die seither an jedem 3. Oktober als Nationalfeiertag begangen wird, beendete den als Folge des Zweiten Weltkrieges in der Ära des Kalten Krieges vier Jahrzehnte währenden Zustand der deutschen Teilung.

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