MINT: Rayan erhält astronomische Grundausbildung beim MINT-EC-Camp
Bericht von Rayan Shaban (10b):
Vom 29.06. bis 03.07. durfte ich fünf spannende und lehrreiche Tage im MINT-EC-Camp „Astronomie 2.0“ verbringen, welches am MEXLab der Universität Münster stattfand. Hier ein kurzer Erfahrungsbericht:
Am ersten Tag beschäftigten wir, das waren 17 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Schulen der Region, uns mit der Online-Plattform des LCO-Netzwerks (Las Cumbres Observatory), eines weltumspannenden Netzwerks von Forschungsteleskopen. Dabei lernten wir, wo auf der Welt diese Teleskope überhaupt stehen und wie man dort einen Beobachtungsauftrag aufgibt. Von einigen der aufgenommenen Objekte erstellten wir danach Steckbriefe mit astronomischen Informationen.
Nach einer Mittagspause mit sehr leckerem Essen in der Mensa bauten wir aus diversen Materialien das Modell einer Raumsonde. Am Ende des Tages erhielten wir noch unsere persönlichen Accounts für TSO (The School’s Observatory). Dies ist eine viel anfängerfreundlichere Variante der LCO-Webseiten, und wir konnten dort problemlos selbst Beobaachtungsaufträge einstellen, wie z.B. eine Aufnahme des Planeten Neptun (dessen Mond Triton übrigens ebenfalls erkennbar war). Auf der TSO-Plattform stehen außerdem viele Materialien bereit, um mehr über Planeten, Sterne und Galaxien zu erfahren.
Am zweiten Tag beschäftigten wir uns mit dem menschlichen Auge und wie verschiedene Menschen Dinge verschieden wahrnehmen. Am Nachmittag hatten wir eine Führung durch das Institut für Planetologie der Universität Münster. Dort erläuterten uns zwei ältere Studenten ihre Masterarbeiten. Außerdem zeigte uns ein Doktorand eine Sonde ähnlich der, die wir tags zuvor gebaut hatten. Diese wird am Institut mitentwickelt und wahrscheinlich in ein paar Jahren ins All geschickt, um damit Proben von Asteroiden oder ähnlicher Körper zur Erde zu transportieren.
Nachdem wir uns wie beschrieben am zweiten Tag mit dem Auge befasst hatten, erhielten wir dann am dritten Tag tiefere Einblicke in die Funktionsweise von Teleskopen, was auch sehr nützlich war, um „normale“ Fotografie besser zu verstehen. Nach einer Stärkung in der Mensa analysierten wir dann unsere Aufnahme von Neptun und Triton näher und erfuhren sehr viel über diese beiden Himmelskörper. Wie es für ein MINT-EC-Camp üblich ist, hatten wir dabei stets genügend Zeit, uns in kleinen Gruppen in Themen zu vertiefen, die uns besonders interessieren. Das war sehr cool, denn ich selbst war sehr an Galaxien interessiert und habe darüber viel Neues erfahren.
Am vorletzten Tag lernten wir ein sehr wichtiges Werkzeug aus der Astronomie kennen: das Analysieren des ankommenden Lichts durch Spektroskopie. Am Ende konnten wir nicht nur Emissions- und Absorptionsspektren unterscheiden und ihr Zustandekommen erklären, sondern verstanden auch, wie durch den sogenannten Dopplereffekt die Spektren weit entfernter Objekte verschoben werden. Mit diesem Wissen konnten wir anhand echter Spektren weit entfernter Galaxien die Hubble-Konstante bestimmen und so direkt nachvollziehen, was das berühmte Hubblesche Gesetz besagt: dass sich nämlich Galaxien im Weltraum umso schneller von uns entfernen, je weiter sie von uns entfernt sind. Das Universum dehnt sich also in alle Richtungen hin aus.
Am Freitag, unserem letzten Tag der tollen und sehr spannenden Woche, beschäftigten wir uns noch mit dem uns nächstgelegenen Stern, der Sonne. Genauer gesagt ermittelten wir ihre Rotationsgeschwindigkeit, indem wir anhand von täglich über einen längeren Zeitraum gemachten Aufnahmen die Bewegung der Sonnenflecken vermaßen.
Während des Camps habe ich sehr viel über die Astronomie gelernt und konnte immer Fragen stellen. Zwischendurch machten wir auch immer wieder kleine Experimente und wendeten so unser theoretisches Wissen praktisch an. Ein wenig schade (was aber natürlich niemand aktiv beeinflussen konnte) war nur, dass aufgrund des schlechten Wetters in Australien unsere beim LCO gebuchten Live-Beobachtungszeiten am Faulkes Telescope South in Siding Spring an allen 5 Tagen buchstäblich ins Wasser fielen. Trotzdem möchte ich mich ausdrücklich bei unseren Betreuern Anja (Masterstudentin) und Paul (ehemaliger Physik- und Mathelehrer) für ihr großes Engagement bedanken. Was ich zum Beispiel sehr cool finde, ist ihr Angebot, sich künftig einfach per Mail bei Ihnen melden zu können, wenn wir irgendeine astronomische Frage haben. Und außerdem können wir natürlich unseren Account beim TSO auch nach dem Camp weiterbenutzen und auf diese Weise Beobachtungsaufträge vergeben. Das war eine sehr interessante und eindrucksvolle Erfahrung.
Insgesamt kann ich sagen, dass mir das MINT-EC-Camp einen tollen Einblick in die Physik und Astronomie gegeben und mir sehr viel Spaß gemacht hat! Ich kann es jedem nur weiterempfehlen. Ein nochmaliger Dank geht neben Anja und Paul an unser Experten-Team Matti, Elisa und Ida: Ohne euch wäre ich nicht mit dem Wissen zurückgekommen, das ich jetzt habe!










