MINT: Silas bei der WM und DM im Kopfrechnen
Bericht von Silas Emmerich (6b):
Im Oktober 2025 standen für mich gleich zwei Kopfrechen-Wettbewerbe an. Ein gutes Abschneiden bei der Münsterlandmeisterschaft im Mai diesen Jahres in Coesfeld (siehe den Bericht) ermöglichte mir die Teilnahme an zwei weiteren Meisterschaften, bei denen wir uns deutschland- und sogar weltweit messen konnten.
Junior Mental Calculation World Championship
Für mich stand zunächst am Montag, den 6. Oktober, in Bielefeld die Jugend-Weltmeisterschaft im Kopfrechnen („Junior Mental Calculation World Championship“) auf dem Programm. Dort traten über 100 Kinder und Jugendliche aus 20 Ländern in drei Altersklassen an.
Allerdings machte ich mich schon ein paar Tage vorher, nämlich am Freitag, den 3. Oktober, mit meinen Eltern auf den Weg nach Bielefeld. So konnte ich am Samstag und Sonntag an begleitenden Workshops teilnehmen, die von international erfahrenen Trainerinnen und Trainern in verschiedensten Sprachen geleitet wurden. Dabei lernte ich Techniken und Strategien kennen, mit denen Aufgaben mit Multiplikationen über Bruchrechnungen bis hin zu Kubikwurzeln zu lösen sind. Auch das sogenannte Kalenderrechnen wurde vertieft. Dabei muss zu einem konkreten Datum, z.B. einem Geburtsdatum, der richtige Wochentag ermittelt werden. Das geht tatsächlich ganz gut im Kopf, indem man mithilfe bestimmter Zahlen zu jedem Monat und zu den Jahrhunderten unter Beachtung der Schaltjahre einen Wert errechnet, der dann den Wochentag angibt.
Als Rahmenprogramm stand am Samstagabend eine Führung in der „Dr. Oetker Welt“ an. Hier erfuhren wir Teilnehmer nicht nur das ein oder andere über die Geschichte dieses Unternehmens, dessen Gründer Dr. August Oetker als Apotheker an einem „unfehlbaren“ Backpulver arbeitete, sondern wir durften natürlich auch das ein oder andere probieren.
Am Sonntag erhielten auch alle begleitenden Eltern eine kleine Einführung in verschiedene Kopfrechen-Techniken, und zwar vom mehrfachen Weltmeister im Kopfrechnen, Dr. Dr. Gert Mittring. Meine Eltern berichteten mir anschließend, wie faszinierend und ernüchternd zugleich sie es fanden, was dabei vorausgesetzt und wie schnell dann aber auch gerechnet werden konnte. Danach gab es für alle Kinder und Erwachsenen noch eine Hectoc-Challenge. Beim Hectoc muss man zwischen die 6 angegebenen Ziffern Rechenoperatoren so ergänzen, dass der entstehende Term das Ergbnis 100 hat. Zum Beispiel könnte man bei 924715 als eine Lösung nehmen: (92-4+7)*1+5 = 100. Die absoluten Profis unter den Teilnehmern konnten hier in 15 Minuten Lösungen für über 60 Hectocs aufschreiben – das ist schon eine unglaubliche Leistung.
Der eigentliche Wettkampf fand schließlich am Montag im Ravensberg-Park statt. Dabei hatten wir zwei Stunden Zeit, um möglichst viele Aufgaben richtig im Kopf zu lösen, wobei ich in der jüngsten Altersklasse aller bis 11 Jahre alten Teilnehmer startete. Nach diesen zwei Stunden absoluter Konzentration war dann zwar erstmal eine Pause angesagt, aber während die Ergebnisse ausgewertet wurden, ging es für mich gleich mit Mathematik weiter, da ich am folgenden Tag in der Schule zufälligerweise direkt die verpasste Mathearbeit nachschreiben und dort auch nicht ganz unvorbereitet hineingehen wollte.
Abends stieg dann die Spannung während der Preisverleihung an. Die von einigen Teilnehmern erreichten Punktzahlen waren schon beeindruckend: Sagenhafte 2416 Punkte erzielte zum Beispiel die Gewinnerin Wissal Douidi aus Algerien. Der beste deutsche Teilnehmer hatte knapp halb so viele Punkte, während ich selbst dann noch einmal deutlich weniger bekam. Allerdings war ich durchaus mit meinem Ergebnis zufrieden, zumal mich meine Trainerin motivierte, dass es für die erste Teilnahme an einer Weltmeisterschaft schon eine sehr gute Punktzahl gewesen sei.
Deutsche Meisterschaft
Mit diesen Eindrücken ging es nach den Herbstferien am Samstag, den 25. Oktober, dann in Reken mit der Deutschen Meisterschaft im Kopfrechnen weiter. Organisiert wurde sie schon zum dritten Mal von Reken rechnet e.V.
Beim Kopfrechnen galt es, in 60 Minuten möglichst viele der 222 Aufgaben zu lösen, mit denen maximal 1132 Punkte zu erzielen waren. Dem stellten sich 74 Teilnehmer im Alter von 7 bis 68 Jahren aus 8 verschiedenen Bundesländern. Auch hier war der oben schon erwähnte Dr. Dr. Gert Mittring mit dabei, so dass es nicht überrascht, dass er mit erzielten 847 Punkten erneut Deutscher Meister wurde. Ich selbst wurde in meiner Altersklasse Sechster, bin mit meinen 330 erzielten Punkten aber auch ganz zufrieden.
Neben dem Kopfrechnen standen wiederum auch die Deutschen Meisterschaften im Hectoc und Kalenderrechnen auf dem Programm. Von den 60 Hectocs, für die es 30 Minuten Zeit gab, löste der Sieger 52. Und die Berechnung der 100 Wochentage schafften gleich zwei Teilnehmerinnen in nur gut 4 Minuten, brauchten also nicht einmal die eh schon sehr knappen 5 Minuten.
Natürlich gilt aber auch hier: Übung macht den Meister, so dass ich im nächsten Jahr vielleicht wieder mit dabei sein werde.







