Nepomucenum
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MINT: Simone Hüning bei der MINT-EC CAMMP week


Bericht von Simone Hüning:

Vom 3. bis zum 7. August habe ich zusammen mit ca. 20 anderen Schüler*innen aus ganz Deutschland an der MINT-EC-Akademie „CAMMP week“ (Computational and Mathematical Modeling Program) des Karlsruhe Institute of Technologie (KIT) teilgenommen, die aufgrund der aktuellen Umstände online durchgeführt wurde. Generell finden sich auf der CAMMP week die Teilnehmer in wechselnden Kleingruppen zusammen, um jeweils ein komplexes, reales Problem zu durchdenken, mit dem es in der Vergangenheit auch schon einmal die Mathematiker*innen des KIT zu tun hatten.

Am ersten Tag bearbeitete ich zusammen mit einer weiteren Schülerin das folgende Problem: Um elektronisch gespeicherte Musikstücke zu komprimieren, kann man verschiedene darin enthaltene Frequenzen einfach entfernen – zum einen können offenbar die für das menschliche Ohr gar nicht wahrnehmbaren Frequenzen gelöscht werden, und zum anderen kann man nahe beieinanderliegende Frequenzen auf eine einzige beschränken, da das menschliche Ohr Unterschiede von bis zu 20 Hz nicht unterscheiden kann. Mit diesen beiden Methoden kann die Größe typischer Musikdateien um bis zu 90% reduziert werden. Im Rahmen des Workshops berechneten wir nun die genauen Frequenzschranken und testeten die sich ergebende Komprimierung auch an einigen Beispielen.

Am nächsten Tag wandte ich mich mit einem anderen Partner dann Fragen des Klimawandels zu. Unter Anleitung konnten wir zunächst anhand von echten Temperaturdaten der letzten Jahrzehnte den Klimawandel, d.h. eine Änderung der Temperaturen auf der Erde, nachweisen. Nachmittags schätzten wir eigenständig die maximale Belastbarkeit der Erde bei optimaler Nutzung ab. Unter einigen Modellannahmen ermittelten wir so eine obere Grenze von knapp 450 Milliarden Menschen.

Schließlich bearbeiteten wir von Mittwoch bis Freitag ein noch etwas komplexeres Problem. Dabei ging es um die Optimierung eines Fresnel-Kraftwerks. Hierbei handelt es sich um ein Solarkraftwerk, bei dem mithilfe von Spiegeln die Energie auf ein Rohr gerichtet wird, das von einer zu erwärmenden Flüssigkeit durchströmt wird. Wir berechneten dazu die optimale Spiegelgröße, den optimalen Winkel sowie die beste Höhe, in der das Rohr angebracht werden sollte.

Trotz der Durchführung als Online-Veranstaltung gab es sogar ein Begleitprogramm, das sehr interessant war. Nicht zuletzt, wie üblich bei den Camps, an denen ich bisher teilgenommen habe, waren auch die anderen Teilnehmer*innen der CAMMP week sehr nett. Zwar gestaltete sich der Austausch untereinander aufgrund der manchmal überlasteten Plattform zumindest außerhalb der Gruppen etwas schwierig. Dennoch sorgten die Veranstalter mit diversen Spielen und Aufgaben dafür, dass stets eine gute Stimmung herrschte. Darüberhinaus konnte man sich auch zur Studienorientierung informieren und konnte einen Einblick in ein interessantes Berufsfeld erhaschen.

Ich empfehle die CAMMP week allen Mitschülern, die sich für Naturwissenschaften und Mathematik interessieren und das Problemlösen mögen. Besucht doch einfach mal die MINT-EC-Seite im Internet und schaut unter „Angebote/Veranstaltungen“ nach: dort findet ihr alle aktuellen MINT-EC-Camps. Seid bei der Anmeldung aber auf jeden Fall sehr schnell, weil die Plätze immer sehr schnell vergriffen sind. Jedes Camp wird auf jeden Fall eine große Bereichung für euch sein!

Simone und einige der anderen Teilnehmer (Foto: MINT-EC)