Nepomucenum
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MINT: Timotheus und Malte erforschen den Weltraum

Bericht von Timotheus:

Der Weltraum hat schon ein bisschen was zu bieten. Vergangene Woche haben wir, Timotheus Pinkernell und Malte Schulz aus der EF, ein solches kleineres bisschen angeschaut und erforscht. Das ganze fand statt im Rahmen des MINT-EC-Camps „Kleinplaneten“, das im LWL-Naturkundemuseum in Münster durchgeführt wurde.

Teilnehmer des Astrocamps (es fehlt Malte Schulz)

Dank LCO (Las Cumbres Observatory), einem globalen Teleskop-Verbund, war es uns und zehn weiteren an Astronomie interessierten Schülerinnen und Schülern aus der Region möglich, eigenständig in das Weltall zu schauen und ferne Galaxien wie auch NEOs (Near Earth Objects) zu beobachten. Dazu hatten wir insgesamt acht Sessions mit jeweils 30 Minuten Beobachtungszeit gebucht, von denen allerdings leider die Hälfte ausfielen: das Teleskop auf dem Haleakala auf Hawaii hatte nämlich technische Probleme. So ein Pech, aber das ist halt authentische Wissenschaft! Die anderen vier Sessions liefen dann jedoch reibungslos: diesmal nutzten wir zweimal 40cm- und zweimal 2m-Teleskope in Siding Spring in Australien.

Galaxienpaar NGC 4302 und NGC 4298 (erstellt aus Aufnahmen mit dem 2m-Faulkes-Teleskop in Siding Spring in Australien)

Glücklicherweise war das Wetter in Australien recht gut, so dass unsere Aufnahmen diverser Galaxien und Nebel sehr gut ausfielen. Nun darf man sich aber nicht vorstellen, dass direkt solch bunte Bilder dabei herauskommen, wie man sie wahrscheinlich aus dem Internet z.B. vom Hubble-Weltraumteleskop kennt. Stattdessen müssen solche Bilder immer erst aus den Rohdaten erstellt werden. Dies führten wir mit unseren Aufnahmen selbst durch: Man erstelle dazu je eine Aufnahme des betreffenden Objekts mit Rot-, Grün- und Blaufiltern, lege diese drei Aufnahmen mittels geeigneter Software übereinander, balanciere die Kontraste aus und, et voilà, erhalte z.B. das hier abgebildete „pretty picture“ der Galaxien NGC 4302 und NGC 4298, die nicht nur scheinbar auf der Aufnahme, sondern auch in Wirklichkeit Nachbarn im Weltraum sind.

Wie schon angedeutet haben wir jedoch nicht nur Deep-Sky-Objekte wie Galaxien beobachtet. Zusätzlich konnten wir auch einen kleinen Beitrag zur Wissenschaft leisten, indem wir die Existenz eines nun mit 2022 MY bezeichneten NEOs vom Amor-Typ bestätigten. Dieser streift aktuell sanft durch das Sternbild Jungfrau, ist aber viel zu lichtschwach, um mit bloßem Auge beobachtet zu werden. In der Small Body Database der NASA kann man sich nun den Orbit und weitere Eigenschaften dieses Objekts anzeigen lassen.

Komet C/2021 E3 mit deutlich erkennbarer Koma (Animation mehrerer Aufnahmen mit dem 2m-Faulkes-Teleskop in Siding Spring in Australien)

Da 2022 MY auf unseren Aufnahmen nur gerade eben noch auszumachen war, sei an dieser Stelle stattdessen eine Animation mehrerer Aufnahmen des Kometen C/2021 E3 angefügt, die wir ebenfalls mit dem 2m-Teleskop in Siding Spring in Australien anfertigten. C/2021 E3 treibt momentan im Sternbild Tukan sein Unwesen. Mithilfe einer Prise Mathematik und einem Hauch Physik konnten wir die momentane Entfernung von C/2021 E3 zur Erde sowie seine Geschwindigkeit bis auf eine Abweichung von 1% von den offiziellen Daten genau bestimmen – sehr beeindruckend!

Nach den vier Tagen verließen wir das Camp nicht nur mit einer Urkunde (welche Punkte für das MINT-EC-Zertifikat zum Abitur bringt), sondern auch mit einem persönlichen Zugang zu einem kleinen über das Internet fernsteuerbaren Teleskop (nicht aus dem LCO-Netzwerk), welches wir mit unseren endlosen Wünschen nach Bildern füttern können. Wie auch ihr den bekommt, müsst ihr entweder durch einen eigenen Besuch des Camps herausfinden 😉 – oder ihr wendet euch an Herrn Weiermann oder Herrn Willenbring für weitere Informationen. Lohnen tut sich das unserer Meinung nach nämlich allemal!