MINT: Ilka erforscht Mikroalgen beim MINT-EC-Camp „Photosynthese“
Bericht von Ilka Grzelak (Q1):
Dank des Instituts für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen der Universität Münster in Kooperation mit dem Kardinal-von-Galen Gymnasium Münster durfte ich mit 15 weiteren Schülern einen sehr spannenden und realitätsnahen Einblick in die Laborarbeiten eines Masterstudenten bzw. Postdoc bekommen und anhand von Untersuchungen der Mikroalge Chlamydomonas reinhardtii mittels Gentechnik und Biochemie detailliertes Wissen über den Prozess der Photosynthese erlangen.
Über insgesamt drei Tage erstreckte sich dieser wirklich tolle Workshop. Zunächst verbrachten wir einen theoretischen Tag im Hörsaal der Universität, wo wir uns das notwendige Wissen des Prozesses der Photosynthese aneigneten und spannenden Vorträgen von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt über ihre Forschung an der Uni folgen durften.
Gute zwei Wochen später ging es dann auch endlich im Labor los. Der erste Tag startete morgens unmittelbar mit klassischer Gentechnik. Auf dem Tagesplan stand die Untersuchung vorliegender Chlamydomonas-Kolonien, genauer gesagt, ob eine Homo- oder Heteroplasmie vorliegt. Bereits zuvor war das Plastom, also das Genom der Chloroplasten, das für die Photosynthese eine entscheidende Rolle spielt, mithilfe genetischer Transformation gezielt verändert worden, um im besten Fall eine Resistenz gegen bestimmte Antibiotika zu erzeugen. Um dies zu überprüfen, führten wir eine DNA-Isolation durch, worauf die PCR und Gelelektrophorese folgten. Ergebnisse konnten dann mittels UV-Bestrahlung betrachtet werden.
Der zweite Tag ging genauso ereignisreich weiter, wie der erste Tag aufhörte. Insgesamt drei weitere Versuche standen auf der Tagesordnung: Mit dem Spektrofluorometer durften wir die Funktionsweise eines Clovers – eines fluoreszierenden Proteins – Schritt für Schritt verstehen lernen. Des Weiteren hatten wir die Möglichkeit, mittels einer sogenannten „Gene-Gun“ eigenständig eine biolistische Chloroplastentransformation durchzuführen, wobei wir gewisse Veränderungen an dem Chloroplastengenom der zu untersuchenden Mikroalge vornahnehmen. Zum Abschluss isolierten wir das Protein Plastocyanin, das zum Photosystem I gehört und eine wichtige Rolle im Prozess der Photosynthese spielt. Dies erfolgte durch eine spezielle Form der Chromatographie, nämlich die Anionenaustauschchromatographie.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich mein erstes MINT-EC-Camp als sehr positiv wahrgenommen habe und ich nur jeden ermutigen kann, bei so etwas mitzumachen! Man wird selbstverständlich nicht alles unmittelbar verstehen, wird aber jederzeit die Möglichkeit haben, sein pures Interesse für die Naturwissenschaften auszuleben. Gleichzeitig ist man von Menschen mit ähnlichen Interessen umgeben und gewinnt am Ende nicht nur Punkte für das MINT-EC-Zertifikat, sondern auch Freundschaften, die vielleicht lange halten und bei zukünftigen Workshops wieder aufleben können.







