MINT: Felix beim Astronomie-Camp an der Uni Münster
Bericht von Felix Aussel (10c):
Das MINT-EC-Schülercamp „Astronomie 2.0“ fand vom 23. bis 27. Juni 2025 jeweils von 9:00 bis 16:00 Uhr am Institut für Planetologie der Universität Münster statt. Das Camp richtete sich an Schülerinnen und Schüler aus der Region, die ein besonderes Interesse an Astronomie mitbringen. Ich, Felix Aussel, konnte dort gemeinsam mit den 16 anderen Teilnehmern spannende Einblicke in die praktische astronomische Arbeit gewinnen – vor allem durch die Nutzung von über das Internet fernsteuerbaren Teleskopen, die zu einem weltumspannenden Netzwerk gehören, sowie durch die anschließende Bearbeitung der gewonnenen Bilddaten.
Am ersten Tag besuchten wir das Institut für Planetologie in Münster. Dort bekamen wir eine interessante Führung und konnten verschiedene Experimente beobachten, die dort im Rahmen der planetologischen Forschung durchgeführt werden. Zudem erhielten wir von den dort arbeitenden Forschern einen Einblick in ihre spannende Arbeit.
Im weiteren Verlauf des Camps lernten wir dann, wie man mit dem Netzwerk des Las Cumbres Observatory (LCO) arbeitet, einem globalen Verbund professioneller Forschungsteleskope. Über das Faulkes Telescope Project aus dem Vereinigten Königreich konnten wir als Schulgruppe eigene Beobachtungszeiten an diesen Teleskopen beantragen. Unser Campleiter Paul Breitenstein zeigte uns, wie wir über die Website des LCO eigene Beobachtungsaufträge erstellen können. Dabei arbeiteten wir unter anderem mit dem 2-m-Teleskop in Siding Spring in Australien. Außerdem konnten wir auch auf bereits vorhandene Beobachtungsdaten anderer Nutzerinnen und Nutzer zugreifen, z.B. von 0,4-m- und 1-m- Teleskopen auf dem Cerro Tololo in Chile. Im Zusammenhang damit erhielten wir neben einer Einführung in die Funktionsweise moderner Teleskope und astronomischer Kameras auch physikalische Erklärungen zu optischen Grundlagen und zum menschlichen Sehprozess.
Im Verlauf der Woche beobachteten wir dann zahlreiche Deep-Sky-Objekte, darunter Galaxien, Sternhaufen und Nebel. Dabei bestehen die von den Kameras an den Teleskopen aufgenommenen Rohdaten zunächst nur aus Helligkeitsinformationen. Durch Aufnahmen mit verschiedenen Farbfiltern konnten wir diese Daten jedoch später zu farbigen Bildern zusammensetzen. Arbeitsteilig erstellten wir daraus astronomische Steckbriefe mit interessanten Informationen, die wir dann auch ausstellten.
Besonders intensiv beschäftigten wir uns außerdem mit Vesta, dem zweitgrößten Asteroiden in unserem Sonnensystem. Auf unseren Aufnahmen sah man, dass er sich aufgrund seiner relativ geringen Entfernung vor dem Hintergrund aus Sternen innerhalb kurzer Zeit deutlich bewegt. Mithilfe der Parallaxenmethode, bei der man den Asteroiden gleichzeitig mit zwei verschiedenen Teleskopen beobachtet, ermittelten wir auch noch einen Schätzwert für seine aktuelle Entfernung zur Erde.
Ich kann allen mit Interesse an Astronomie nur empfehlen, an diesem Camp teilzunehmen. Unsere Betreuer sowie auch die anderen Campteilnehmer waren alle sehr freundlich. Es war eine lehrreiche und inspirierende Woche!









