Nepomucenum
Städtisches Ganztagsgymnasium
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PSF 1452

Abstraktion Definition

Das Schwerpunktthema für das Zentralabitur lautet: Abstraktion als ein Grundkonzept bildnerischer Gestaltung. Schon der Begriff Abstraktion = Vereinfachung zeigt, dass es sich um eine Vereinfachung eines Vorbildes geht, das abgebildet wird, aber vereinfacht. Im vereinfachten Abgebildeten wird das Vorbild als Modell handhabbar.

Definition:

Abstraktion ist dem Wortsinn nach ein »Abziehen«, Herauslösen von Teilgehalten, Aspekten, Merkmalen aus einem konkreten Ganzen. Das Resultat der Abstraktion ist eine in bestimmten Aspekten reduzierte Darstellung des Naturvorbildes.( siehe auch Karikatur). Endresultat des Abstraktionsprozesses ist letztendlich die Darstellung des Begriffs. ( siehe Picasso Abstraktionsserie „Stierdarstellungen“)

( Hinweis: Wo es nicht um die Gestaltung nach einem Vorbildes geht , sondern um die Neuschöpfung spricht man von „Konkretion„. ( Konkrete Kunst)) Der Akademiker spricht von der Reduktion des Ikonizitätsgrades.( Zudem kann zur Abstraktion auch noch die Erfindung oder Umgestaltung der Realität ins Spiel kommen.)

Verbindlich ist, das Verständnis ,dass jede nachahmende Gestaltung abstrahiert, d.h. sie vereinfacht immer gegenüber dem Naturvorbild. Die Skulptur vereinfacht das Material zB. wird Fleisch in Gips, Kunststoff, Bronze oder Marmor dargestellt. Es fehlt dem künstlerischen Material die Elastizität und die Lebendigkeit. Die anderen Kategorien wie Form und Farbe können zudem auch vereinfacht sein. Der Film vereinfacht die reale Situation auf eine zweidimensionale Projektion mit einem reduzierten Bildausschnitt, geänderter Bildgröße etc. Das Photo vereinfacht die reale dreidimensionalen Situation in Zeit und Raum durch die Wahl des Photo-Ausschnittes, die Bildgröße, die Projektion der auf einen kurzen Augenblick ( ca. 1/125 Sekunde) auf ein Stück farbigen Papiers. Das Gemälde vereinfacht, Zeit, Raum, Größe, Form, Farbigkeit und Material , ebenso die Zeichnung und so weiter.

Einführung:

Die Erkenntnis der Wirklichkeit ist ein uraltes Problem der Menschheit. Platon unterschied zwischen der sinnlich wahrnehmbaren Welt und einem Reich der Ideen als Urgrund des Seins. Das christliche Mittelalter sah über der irdischen Wirklichkeit eine himmlische. Diesen Dualismus haben gegenwärtige Erkenntnisse der Wissenschaft besonders scharf sichtbar gemacht: im Bereich der sinnlichen Anschauung behalten die Gesetze der klassischen Mechanik ihre Gültigkeit, in einer höheren, nur noch mathematisch erfassbaren Wirklichkeit gelten aber die Grundkonstanten unserer Anschauung (Raum, Zeit, Materie, Energie, Gravitation) nur noch bedingt (relativ). In diesem neuentdeckten Wirklichkeitsraum, der mit vier Dimensionen rechnet, scheinen bisherige Naturgesetze aufgehoben zu sein.

Das Gefühl, einer höheren, unfassbaren Wirklichkeit gegenüberzustehen, erfüllt die moderne Kunst mit Misstrauen gegen die Erscheinungen der dinglich-wahrnehmbaren Welt. Die Moderne Kunst hat den naturnachahmenden, abbildenden Charakter verloren und sucht statt dessen die erweiterte Wirklichkeit darstellbar zu machen. In der Moderne ist nicht mehr gesamtgesellschaftliche Sprache, sondern wird Sprachrohr der Sichtweise einzelner Menschen.

Begrifflichkeiten:

Naturalismus meint äußere  Wirklichkeit richtig darstellen

Realismus meint innere Wahrhaftigkeit ohne Überhöhung darstellen

Idealismus meint Überhöhung der Wirklichkeit

Abstraktion bezeichnet einen weiten Spielraum von Vereinfachungen des Vorbildes.

Abstrakt bezeichnet ungegenständliche Kunst.

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