Nepomucenum
Städtisches Ganztagsgymnasium
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Abstraktion Geschichte

Geschichtliche Entwicklung der Abstraktionsbewegung

Als Abiturienten solltet Ihr  wissen, wie ab 1850 Form und Farbe durch Abstraktion programmatisch Eigenständigkeit gewannen:

Impressionismus, Nachimpressionismus, Kubismus, Futurismus, Expressionismus, Abstrakte Kunst.

IMPRESSIONISMUS

Impression heißt , frz. impression »Eindruck« Der Impressionismus ist eine in der französischen Malerei zwischen 1860 und 1870 entstandene Kunstrichtung, die in fast allen europ. Ländern und auch in Nordamerika auf die Entwicklung der Malerei Einfluss nahm.

Der Name Impressionist ist von Claude Monets Landschaftsbild »Impression, soleil levant« (1872) abgeleitet, das 1874 in der ersten gemeinsamen Ausstellung der frz. Impressionisten gezeigt wurde. Die Maler des Impressionismus wandten sich gegen die akademische Ateliermalerei mit ihren mythologischen Themen. Sie wollte die moderne Welt in seiner augenblicklichen, zufälligen Erscheinungsform erfassen.

Mit der Verbreitung der Photographie Mitte des 19.Jahrhunderts verlieren die Maler nicht nur immer mehr das Interesse am bloßen Abbilden, auch ihr Markt für Abbildung von Personen (Porträt) und Landschaft bricht ihnen zunehmend weg . Die Photographie vermittelt ihnen aber auch schöpferische Anregungen, so vor allem die Unmittelbarkeit der Momentaufnahme und die Zufälligkeit des Bildausschnitts.

Ausschließliches Tätigkeitsfeld der Impressionisten ist die Freilichtmalerei, d.h. die Malerei draußen vor dem Bildmotiv.

Themen und Bildgattungen: Landschaftsbild, Interieur (u.a. Atelierszenen). Milieuschilderungen: Großstadtleben, Straßenbild, Wirtshausgarten, Picknick, Gruppenbild der Freunde .

Farbigkeit: Die unbunte Dunkelheit des Atelier-Schattens verschwindet. Sonnenlicht und Schatten in der freien Natur, werden ohne Verlust an Farbleuchtkraft wiedergegeben. Gegenüber der Ateliermalerei des frühen 19.Jahrhunderts wird also die Farbpalette aufgehellt, bunter und kontrastreicher und zugleich die Tonstufen vermindert. Die Maler interessieren sich für die farblichen Reize der im Licht wechselnden Erscheinung , die sie schnell in mehr skizzierender Art festhielten. Lichtreflexe üben eine ganz besondere Anziehungskraft aus. Wasser und lichtdurchschienenes Blattwerk werden deshalb bevorzugt dargestellt. Das Malen bewegten Wassers und seiner Reflexe führt zur Häufung verkürzter  Pinselstriche. Fast ungemischte Farben werden kommaartig nebeneinandergesetzt. Die mit kurzen Pinselstrichen dicht nebeneinander gesetzten, intensiv leuchtenden Farben überspielen die Formen und schaffen einen vibrierenden Gesamteindruck. Umrisse verlieren sich, Gegenstand und Umgebung gehen ineinander über.

Sie erzeugen die gewünschten Töne durch Mischen der auf der Leinwand unvermittelt nebeneinander stehenden Farben im Auge des Betrachters statt durch Mischen der Farben auf der Palette. Die Entdeckung des optischen Farbmischens führt dazu, dass immer reinere Farben gesetzt werden. Der Betrachter gewinnt dadurch den Eindruck eines über die Bildfläche ausgebreiteten durchleuchteten Farbraumes.

Kompositionelle Neuerungen: Die Ausgewogenheit des Bildes wird durch starke Rhythmisierung der Pinselstriche erreicht, nicht mehr durch ein Ausbalancieren  der Gegenstände. Hervorstechende Größenunterschiede, z. B. hohe steile Felsen neben dem ruhigen glatten Meer, werden nun darstellbar, ohne unharmonisch zu wirken. Wie in den fernöstlichen Vorbildern ist bisweilen ein Großteil der Gemälde von Gegenständen frei, während sparsame, an die Bildränder gedrängte Gegenstände angeschnitten sind. Gelegentlich übernimmt man von den Japanern einen Blickwinkel, der den Gegenstand von schräg oben sieht. Das Modell wird aus diesem Blickwinkel in seinem Intimleben (Körperwäsche, Auskleiden) vom Betrachter quasi überrascht.

Impressionismus ganz kurz: Mit Monets “ Impression de Soleil levant( 1872 ) beginnt die Abstraktion des Bildes vom Naturvorbild, indem in der Natur eine bestimmte optische Stimmung ( Farbeindruck einer Szenerie) gesucht wird der einer inneren Stimmung entspricht. Um diese vergängliche optische Stimmung festzuhalten mussten die Maler schnell arbeiten und dabei Form vereinfachen. Es halfen dabei die ersten vorgemischten Tubenfarbtöne, sichtbarer schneller Pinselauftrag, Verzicht auf die Schichtenmalerei, Direktes Malen vor dem Motiv, der Stimmung )

– NACHIMPRESSIONISMUS

Der Impressionismus wurde von George Seurat (seit etwa 1885) und Paul Signac im Nachimpressionismus (Pointillismus) weiterentwickelt, der ungemischte Grundfarben mosaikartig nebeneinander setzte. Japanische Farbholzschnitte, die um die gleiche Zeit nach Frankreich gelangen und sehr in Mode kommen, bestärken die Künstler ( z.B. Van Gogh) ebenfalls, mit der bildnerischen Überlieferung zu brechen. Mit ihren ungewohnten Bildausschnitten, ihrer Schattenlosigkeit und ihren klaren kontraktierenden Farben ( oft Komplementärkontraste) eröffnen die japanischen Farbholzschnitte neue künstlerische Sehweisen.

Die Tendenzen und Strömungen gegen den Verlust des Bildes an den Augenblick im Impressionismus werden mit dem Begriff Postimpressionismus zusammen gefasst. Seine Vertreter sind die Gründungsväter der Moderne.

Da ist das Werk van Goghs, der sich zu einem expressiven Symbolisten entwickelt und die Aussagekraft von Form und Farbe herausstellt. Er wird zum Anreger der „Fauve“ ( Expressionismus). Edward Munch ist ebenfalls eine wichtige Malerpersönlichkeit für die Formung des Expressionismus.

Dann gibt es das Werk von Cezanne, der hinter den Erscheinungen ein beständiges System der Formbildung sucht und in den Flecken aus denen er sein Bild flächig aufbaut auch findet. Er wird zum Anreger des Kubismus.

Zudem ist da das Werk von Signac und Seurat. Um 1880 bildete sich eine neue Gruppe von Malern, die sogenannten Pointilisten. Sie trugen ihre Farbe in Form von lauter kleinen Punkten auf . Diese Technik wurde auch Divisionismus, bzw. Pointilismus genannt. Der Unterschied zum Impressionismus liegt darin, dass die pointilistisch Malweise auf anhieb zu durchschauen ist, wohingegen der Impressionismus in den vielfältigsten Erscheinungsformen auftritt. Das Bild ist zudem formal komponiert und eher formalistisch, klassizistisch aufgebaut. Es geht nicht um den flüchtigen Eindruck, sondern um Dauer. Der Pointilismus wird zum Angreger der „Abstrakten Kunst“ über den sog. „Orphismus“ ( Delaunay ) und den „Futurismus“ (Balla)

Zuletzt umfasst Gauguin seine Figuren mit einer Umrisslinie, die für die Bildgegenstände immer wichtiger wird und zusammen mit einer stark farbigen Fassung der Bildgegenstände zu einem flächigen, teppichhaften Bild führt. Sein inhaltlicher Symbolismus, seine Gestaltung von Bildfläche und Figur – als Auftreten des Figur-Grund-Problems – wird beispielhaft für die Moderne, aber zuerst für den Jugendstil.

Nachimpressionismus ganz kurz: Verselbständigung der technischen Mittel zur Erzeugung des Bildes: Farbpunkt ( Seurat,van Gogh ) , Einführung der Linie in das Gemälde ( Gauguin, van Gogh ), Farbfacettenaufbau ( Cezanne )

Rodin und Degas übertrugen die Prinzipien des Impressionismus auf die Plastik.

– KUBISMUS

»Die Sinne deformieren, aber der Geist formt.« Georges Braque

Die Lehre Cezannes von der anschaulichen Ordnung wurde in Frankreich von Picasso (1881-1973) und Braque (1882-1963) radikalisiert. Um die Gegenstände in ein festes Gerüst zu spannen, suchten sie das Konstruktive in Cezannes Bildbau und das Kubische der Gegenstände noch deutlicher sichtbar zu machen. Ausgehend von den cezannschen Farbfacetten baut Picasso seine Bilder aus geometrischen Elementen auf und schafft damit den Kubismus.

Picasso findet, dass auch Cezanne den Raum noch nicht vollständig erfasst, da er den darzustellenden Gegenstand nach wie vor von einem festen Standpunkt aus beobachtet. Erst die Standortveränderung des Malers erfasst den Raum vollständig und zeigt einen Gegenstand in der Gesamtheit seiner möglichen Ansichten und damit in seiner körperhaften Eigenschaft.

Picasso umschreitet den Gegenstand, nimmt so die Körperhaftigkeit des Modells genauer wahr und fasst die verschiedenen Ansichten als erster in einer einzigen Darstellung zusammen. Manchen Betrachter verwirren diese verschiedenen Ansichten, da seine Sehgewohnheit darauf nicht eingestellt ist. Picasso verbindet das Wissen über den Gegenstand mit dem Sehen des Gegenstandes. Das erste Bild des frühen Kubismus sind seine 1907 vollendeten »Demoiselles d’Avignon« Die Welt erscheint erschreckend. Der Bildraum mit seinen gewohnten Perspektiven hat sich in splittrige, scharfkantige Flächen verwandelt; Figuren und Gegenstände scheinen gewalttätig zu Flächenornamenten deformiert; das Licht hat seine Funktion als Beleuchtung verloren: nicht Sonnenlicht wechselt mit Schatten, sondern Helles kontrastiert zu Dunklem. Raum, Figur und Gegenstand sind nicht mehr Abbild.

Das Bestreben, einen eigengesetzlichen Bildorganismus aufzubauen, zeigen  auch Picassos andere Arbeiten von 1909. Der Bildraum hat keine Tiefe im Sinn einer illusionistischen Perspektive. Die horizontale Fläche der Tischplatte erscheint im Bild vertikal hochgeklappt und die Gegenstände wirken wie an ihr festgefroren. Die Dinge formieren sich zu harten stereometrischen Formen. Alle Einzelobjekte  wurden einer bildnerischen Gesamtstruktur  einverleibt.

ANALYTISCHER KUBISMUS : In der frühen, der sogenannten analytischen Phase des Kubismus um 1910 hat die Form gegenüber der Farbgebung Vorrang. Der Maler scheint mehrere Lichtquellen zu benutzen, um die geometrisch vereinfachten Gegenstände herauszumodellieren, die in überwiegend braun-grauen Tonstufen dargestellt sind. Picasso und Braque zerlegen  die Form der Gegenstände in kristalline Kleinformen und ordnen sie in der Bildfläche. Man begnügte sich nicht mehr damit, die Dinge von einem Punkt aus zu betrachten, sondern registrierte ihre verschiedenen Ansichten und kombinierte diese zu einer Ganzheit. Es gibt keine Schwerpunktbildung mehr; rhythmische Bewegung beherrscht die Bildfläche. Das Einzelobjekt wurde der Autonomie des Bildes geopfert, Sinnbild des drohenden Zerbrechens überkommener Werte. So  war um 1911 der Weg zur »absoluten«, gegenstandslosen Malerei frei geworden.

SYNTHETISCHER KUBISMUS: Der vollendeten Abstraktion folgte wieder ein stärkeres Bedürfnis nach Anschaulichkeit. Nach 1914 ging der synthetische Kubismus dazu über, Malerei und greifbare Gegenstände zusammenzusetzen, indem er Farbflecke, Zeitungsausschnitte, Wellpappen, Haare und dergleichen zu Collagen zusammenführte. Daraus erwuchsen der Darstellung neue Möglichkeiten. Durch die Zusammenfügung (Synthese) der gegenständlichen Motive verstärkt sich wieder die Beziehung zum Naturvorbild. Georges Braque (1882-1963) und Juan Gris (1887-1927) führten das Gegenständliche in starker Vereinfachung wieder in den Bildraum ein, in Kompositionen klassischer Ausgewogenheit.

– FUTURISMUS

Der Futurismus (von lat. futurum = Zukünftiges ) war die erste radikale Bewegung der Avantgarde, die mit den als veraltet empfundenen Traditionen brach und eine neue Kunst zu schaffen suchte, welche den Anforderungen des modernen (technisierten und dynamisierten) Lebens gerecht werden sollte. Der Begriff der künstlerischen Avantgarde taucht zum ersten Mal im Gründungsmanifest von 1909 auf. Collage und Textbild ( Klebebild aus vorgefundenem Material, auch Photos, Schriftschablonen ) bezeichnen die Herstellung des Bildes als Zusammenstellung von vorgefundenen Teilrealitäten.

Ein zentrales Anliegen war die Darstellung von Bewegung und Simultaneität (Gleichzeitigkeit)von Sehen und Hören und die Verherrlichung der Maschine. Initiiert wurde der Futurismus von Filippo Tommaso Marinetti, der im Pariser Figaro vom 20.2.1909 das Gründungsprogramm „Manifeste du futurisme“ veröffentlichte. Im erste futuristischen Manifest fordert Marinetti den Bruch mit jeglicher Tradition und eine Verherrlichung der Jugend, der Geschwindigkeit, der Gewalt und des Krieges. Jedes Kunstwerk müsse aggressiven Charakter haben. Ein schnelles Auto sei schöner als die >Nike von Samothrake<. Die Bibliotheken und die Museen- als Hort der Tradition – sollten angezündet, überflutet und zerstört werden. Die Bewegung des Futurismus ist die erste die sich auf die Straße begibt und sich zur Industriegesellschaft (Maschinenkult)bekennt ( Moderne Massenkultur) und entschiedener Gegner der Bürgerlichkeit ist. ( s. auch Warhol. “ Ich möchte eine Maschine sein“)

Manifest des Futurismus ,1909 (Auszug)

1. Wir wollen die Liebe zur Gefahr besingen, die Vertrautheit mit Energie und Verwegenheit.

2. Mut, Kühnheit und Auflehnung werden die Wesenselemente unserer Dichtung sein.

3. Bis heute hat die Literatur die gedankenschwere Unbeweglichkeit, die Ekstase und den Schlaf gepriesen. Wir wollen preisen die angriffslustige Bewegung, die fiebrige Schlaflosigkeit, den Laufschritt, den Salto mortale, die Ohrfeige und den Faustschlag.

4. Wir erklären, daß sich die Herrlichkeit der Welt um eine neue Schönheit bereichert hat: die Schönheit der Geschwindigkeit. Ein Rennwagen, dessen Karosserie große Rohre schmücken, die Schlangen mit explosivem Atem gleichen… ein aufheulendes Auto, dass auf Kartäschen zu laufen scheint, ist schöner als die Nike von Samothrake.

5. Wir wollen den Mann besingen, der das Steuer hält, dessen Idealachse die Erde durchquert, die selbst auf ihrer Bahn dahinjagt.

6. Der Dichter muss sich glühend, glanzvoll und freigebig verschwenden, um die leidenschaftliche Inbrunst der Urelemente zu vermehren.

7. Schönheit gibt es nur noch im Kampf. Ein Werk ohne aggressiven Charakter kann kein Meisterwerk sein. Die Dichtung muss aufgefasst werden als ein heftiger Angriff auf die unbekannten Kräfte, um sie zu zwingen, sich vor den Menschen zu beugen.

8. Wir stehen auf dem äußersten Vorgebirge der Jahrhunderte!… Warum sollten wir zurückblicken, wenn wir die geheimnisvollen Tore des Unmöglichen aufbrechen wollen? Zeit und Raum sind gestern gestorben. Wir leben bereits im Absoluten, denn wir haben schon die ewige, allgegenwärtige Geschwindigkeit erschaffen.

9. Wir wollen den Krieg verherrlichen – diese einzige Hygiene der Welt – den Militarismus, den Patriotismus, die Vernichtungstat der Anarchisten, die schönen Ideen, für die man stirbt, und die Verachtung des Weibes.

10. Wir wollen die Museen, die Bibliotheken und die Akademien jeder Art zerstören und gegen den Moralismus, den Feminismus und jede Feigheit kämpfen, die auf Zweckmäßigkeit und Eigennutz beruht.

11. Wir werden die großen Menschenmengen besingen, die die Arbeit, das Vergnügen oder der Aufruhr erregt; besingen werden wir die vielfarbige, vielstimmige Flut der Revolution in den modernen Hauptstädten; besingen werden wir die nächtliche, vibrierende Glut der Arsenale und Werften, die von grellen elektrischen Monden erleuchtet werden; die gefräßigen Bahnhöfe, die rauchende Schlangen verzehren; die Fabriken, die mit ihren sich hochwindenden Rauchfäden an den Wolken hängen; die Brücken, die wie gigantische Athleten Flüsse überspannen, die in der Sonne wie Messer aufblitzen; die abenteuersuchenden Dampfer, die den Horizont wittern; die breitbrüstigen Lokomotiven, die auf den Schienen wie riesige, mit Rohren gezäumte Stahlrosse einherstampfen und den gleitenden Flug der Flugzeuge, deren Propeller wie eine Fahne im Winde knattert und Beifall zu klatschen scheint wie eine begeisterte Menge….

Es folgten weiterer Manifeste und Schriften:

“ Es gibt nicht Malerei, Plastik, Musik, Dichtung. Es gibt nur Schöpfung.“ Bocioni.

„Alles was an den Schulen oder den Ateliers als Wahrheit gelehrt wird, gilt für uns nicht mehr. Unsere Hände sind frei und rein genug, um von vorn anzufangen“- Boccioni u.a..

“ Wir müssen die futuristische Kleidung erfinden. Fröhlich frech in strahlenden Farben, dynamischen einfach in der Linienführung und vor allem kurzlebig, um die industrielle Aktivität anzuregen und unseren Körpern das ständige Vergnügen der Neuheit zu geben.“ -Balla

„Die Kunst muss eine Funktion des Lebens werden!“- Boccioni

„Die Welt hat sich um eine neue Schönheit bereichert, Die Schönheit der Geschwindigkeit.“- Marinetti

“ Ziel unserer Kunst ist die Simultanität der Gemütszustände“- Boccioni

“ Die Kunst der Vergangenheit ist ein großer Unsinn, der auf moralischen, religiösen und politischen Prinzipien beruht. Erst mit der futuristischen Kunst entsteht wirkliche Kunst “ -Carra

“ Futurismus bedeutet Hass auf die Vergangenheit. Unser Anliegen ist des, den Kult der Vergangenheit energisch zu bekämpfen und zu zerstören.“- Marinetti

Futurismus ganz kurz:

Der Futurismus revolutionierte die Darstellungsmodelle von Literatur, Musik, bildender Kunst und Architektur. Er erkennt dass neben der Bewegung Licht und Raum zu gestalten sind. Deutlich spürbar war auch sein politischer Impuls, teils mit faschistischen Implikationen. Der Futurismus war sehr einflussreich auf die Entwicklung von Expressionismus, Dadaismus, Surrealismus, Konstruktivismus und Fluxus. Zwischen 1910 und 1920 griff er auf Russland über.

Ziele: Abbildung von Dynamik, Bewegung und Simultanität (Gleichzeitigkeit)

veralterte Traditionen vernichten

alte Bergriffe von Schönheit, Harmonie, Größe und Dauer sollen abgelöst werden

Kunst schaffen, die den Anforderungen eines modernen Lebens gerecht wird

Motive/Themen: Massengesellschaft ,Großstadt, Verkehr, Maschinen, Dampfer, Flugzeuge, Autos, Lokomotiven, Musik, Lärm, Schriftzeichen, Bewegung

Darstellungstechniken: Divisionismus , Kubismus, Collage, Multimedia, Lautgedichte, Schriftdesign , Manifest, Plakat.

Elemente der Dynamik: Lichtbündelung, vibrierende Konturen, wiederholte Formvarianten, ineinander zerfließende Figuren (nacheinander ablaufende Bewegungen, Geschehnisse werden so festgehalten)

Künstler: Filippo Tommaso Marinetti ,Giacomo Balla, Umberto Boccioni, Carlo Carra, Luigi Russolo, Gino Severini

Termine
Profil

Zertifizierungen

Kooperationen

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