Nepomucenum
Städtisches Ganztagsgymnasium
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Abstrakte Kunst: Konstruktive Abstraktion

Der Begriff >abstrakt< entwickelte sich aus der Antiposition zur gegenständlichen, nachahmenden Kunst und bezeichnet zugleich zwei unterschiedliche Formen von ungegenständlicher Kunst:

I. Lyrische Abstraktion, die als >informelle Kunst< Ausdruck der intuitiven Kreativität ist. Organisches und Anorganisches. Protokoll seelischer Empfindungen (Ego, Meditation). Wassily Kandinsky, Paul Klee, Informel ,art brut, Tachismus, action painting

II. Konstruktive Abstraktion, die geometrische Ordnungsstrukturen visualisiert. Konstruktiver Entwurf einer zu gestaltenden Welt ( mittels der Grundelemente ) Konstruktivismus: Bauhaus, Russischer Konstruktivismus ( Suprematismus) , De Stil (Niederlande), Minimalismus( USA),Conzept art (USA)

II.) Konstruktive Abstraktion

Der russische Konstruktivismus (1912-1935)

Die im Kubismus vorhandene Verneinung des Sinnhaften trieb Kasimir Malevitsch (1878-1935) so weit, dass er 1913 ein Bild ausstellte, das auf seiner weißen Fläche ein einfaches schwarzes Quadrat zeigte. Ein neuer Nullpunkt war gesetzt. Malevitsch verkündete in seinem Manifest des Suprematismus: »Kunstwerke sind keine Spiegelbilder der Natur, sondern neue Tatsächlichkeiten, die nicht weniger bedeutend sind als die Tatsächlichkeilen der Natur selbst.« Hier will Kunst zur Wirklichkeitserfindung werden, das Abstrakte wird »konkret«.

Auch die 1919 entstandene »Komposition« von El Lissitzky (1899-1941) verzichtet auf Gegenständlichkeit, indem sie sich auf flächige Grundformen: Senkrechte, Waagrechte, Diagonale und Kreis beschränkt.

Die holländische > De Stijl < - Gruppe

In den Jahren von 1910 bis 1914 übernahm auch der Holländer Piet Mondrian (1872-1944) aus der kubistischen Ordnung das Bildgerüst .Zusammen mit Theo van Doesburg gab er seit 1917 die Zeitschrift »De Stijl« heraus, die sich gegen jeden Subjektivismus in der Kunst richtete. Eine Erneuerung der Malerei könne nur im Rahmen der Baukunst erfolgen.  Aus dem Zusammenwirken von Architekt, Bildhauer und Maler solle das Gesamtwerk entstehen. Die Bilder Mondrians bilden den Gegenpol zum Tachismus. Mondriaan verbannte alle Kurven und Diagonalen, einzig Waagrechte und Senkrechte sind erlaubt. Die Farben beschränken sich auf die Grundfarben, GRÜN ist verboten. Die Aufteilung der Bildflächen soll eine  universale  Harmonie erzeugen.

>Das Bauhaus<

Das Bauhaus begann 1919 mit der Formulierung einer Utopie: Der „Bau der Zukunft“ sollte alle Künste in idealer Einheit verbinden. Dies erforderte einen neuen Typ des Künstlers jenseits akademischer Spezialisierung, dessen Erziehung am Bauhaus angestrebt wurde. Sein Gründer Walter Gropius sah den Weg zu diesem Ziel in neuen pädagogischen Methoden und im Handwerk als Voraussetzung jeder Kunst: „Die Schule soll allmählich in der Werkstatt aufgehen“. Folglich arbeiteten am Weimarer Bauhaus Künstler und Handwerker gemeinsam in Lehre und Produktion. Auf diese Weise sollte die Trennung zwischen freier und angewandter Kunst aufgehoben werden.

Die Realität der technischen Zivilisation stellte jedoch weitergehende Ansprüche, denen die Aufwertung des Handwerks allein nicht genügen konnte. Das Bauhaus reagierte 1923 mit einem geänderten, seine künftige Arbeit bestimmenden Programm unter dem Leitsatz: „Kunst und Technik – eine neue Einheit“. Die Möglichkeiten der Industrie sollten für das Ziel einer funktional und ästhetisch befriedigenden Gestaltung eingesetzt werden. In den Bauhauswerkstätten entstanden Vorbilder, die für die Massenproduktion bestimmt waren: von der Lampe bis zum Wohnhaus.

Zu seinen bedeutendsten Künstlern gehörten Oskar Schlemmer (18881943), Laszlo Moholy-Nagy (1895-1946), Kandinsky (1866-1944) und Klee (1879-1940) Josef Albers.

Op Art / Qptical Art :

Die >Op Art < ist eine konzeptuelle Kunst. Es geht um optische Phänomene  die den Sehakt selbst betreffen und die Grenzen und Bedingungen der Farbwahrnehmung und der Interaktion der Farben, ihre vibrierende Wirkung auf die Netzhaut des Betrachters.( vgl. Impressionismus und Pointilismus). Oft geht es dabei um die Interaktion von Form und Farbe, wobei das Phänomen, dass Farbformen plastisch -räumliche Irritationen produzieren zum eigentlichen Bildthema wird: Die Erzeugung von Farbirritationen. Eigentlich ist ein großer Teil des Werkes von Vasarely in dieser Hinsicht postmodern gedacht, denn es geht ihm nicht um Abstraktion und Materialwahrheit, sondern gerade um Täuschung und Destruktion

. Die theoretischen Voraussetzungen der Op Art fußen auf dem Gedankengut Delaunays (Simultanität der Farbbewegung ) und dem Spätwerk des Malers Adolf Richard Fleischmann (1892 – 1968). Ausgehend vom kinetischen Gedankengut des Bauhauses baute Vasarely auf diesen Vorarbeiten weiter sein „Cinétisme Optique“ (1955) auf. Schon Fleischmann benutze eine streifige Anlage der Farbe. Der wichtigste Vertreter ist Victor Vasarely.

Victor Vasarely (geb. 1908, seit 1930 bis zu seinem Tod in Paris) wendet sich mit seinen subtilen optischen Bildern direkt an das Auge, das er zur Mitarbeit zwingt. Seine Bilder bestehen aus einer Summe kleiner Grundformen, die sich durch bestimmte Reihung, Drehung und Stufung zu einer uneindeutigen Gesamterscheinung zusammenfinden, wobei für das betrachtende Auge innerhalb der Fläche eine fließende Bewegung entsteht.

Heute bezieht sich eine aktuelle  Malergeneration auf die „historische“ Op-Art der sechziger Jahre.

Die Concept Art:

Sie ist die logische Konsequenz der Abstraktion. Am Ende des Abstraktionsvorganges steht die Idee, das Konzept.

Künstler: Marcel Duchamp , Giulio Paolini, Vito Acconci, Art & Language, Michael Asher, John Baldessari, Robert Barry, Mel Bochner, Bernd und Hilla Becher, Mel Bochner, Alighiero Boetti, Marel Broodthaers, Stanley Brown, Daniel Buren, Victor Burgin, Hanne Darboven, Jan Dibbets, Hans Peter Feldmann, Gilbert& George, Dan Graham, Hans Haacke, Jenny Holzer, Douglas Huebler, On Kawara, Joseph Kosuth, Louise Lawler, Sol Lewitt, Gordon Matta-Clark, Bruche Nauman, Roman Opalka, Adrian Piper, Edward Ruscha, Lawrence Weiner, Ian Wilson

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