Nepomucenum
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MINT: Paul Patt beim MINT-EC-Camp „Produktionstechnik“

Bericht von Paul Patt, Fotos von MINT-EC:

In der Zeit vom 08. bis 11.11.2017 hatte ich die Möglichkeit, an einem MINT-EC-Camp zum Thema „Produktionstechnik“ beim gleichnamigen Exzellenzcluster an der RWTH Aachen teilzunehmen. Das Camp begann am Mittwochnachmittag mit dem sogenannten „Beer Distribution Game“, welches die Möglichkeit bot, die Komplexität der Supply Chain in in der heutigen globalen und digitalen Industrie sowie den Bullwhip-Effekt wortwörtlich am eigenen Leib zu erfahren.

Auch der zweite Tag begann praxisbezogen: Während des Workshops zum Thema „Der Mensch in der Produktion der Zukunft“, veranstaltet vom Institut für Arbeitswissenschaften (IAW) bot sich uns die Möglichkeit, den sogenannten Alterssimulationsanzug G.E.R.T und andere „Spielzeuge“ auszuprobieren, um uns die Ergonomiefragen, welche Produktionsdesigner beschäftigen, verständlich zu machen. Weiter ging es im Institut für Textiltechnik, wo wir in einer Führung durch die Maschinenhallen die Fragestellungen, mit denen sich die ansässigen Forscher in der Textiltechnik beschäftigen, erklärt bekamen. Hierbei handelt es sich insbesondere um Faserverbundkunststoffe, welche ihre Anwendung in Leichtbauteilen (Luft- und Raumfahrt, Autos) finden, sowie um textile Medizinprodukte wie beispielsweise Stents, die z.B. Blutgefäße stabilisieren können. Den intellektuellen Abschluss des Tages bot eine Vorlesung in der Industrierobotik, wo auf interaktive Weise die Unterschiede, Einsetzungsbereiche und Funktionsweise sowie die mathematischen Prinzipien hinter deren Steuerung veranschaulicht wurden.

Am dritten Tag, dem Freitag, fanden meine beiden persönlichen Highlights statt: Morgens ging es zum Fraunhofer Institut für Lasertechnik, wo uns nach einem zugegebenerweise etwas zähen Vortrag eine tolle Belohnung erwartete: Nach einer Führung durch die Forschungshallen (hier wurde beispielsweise das 3D-Drucken mit Metallen erfunden) durften wir eine Runde auf der Laserorgel spielen – einem Musikinstrument, das von zwei Studenten entwickelt wurde (unter diesem Link kann man die Lichtorgel in Aktion bewundern). Abends ging es dann zur RWTH-Wissenschaftsnacht „5 vor 12“. Hinter diesem zugegebenermaßen etwas abschreckenden Begriff versteckt sich eine Veranstaltung im Hörsaalzentrum C.A.R.L, bei der ausgewählte Wissenschaftler und Start-Ups der RWTH zu Themen ihrer Wahl referieren bzw. sich vorstellen. Hierbei ergaben sich interessante Einblicke beispielsweise von den Gründern der Elektroautomarke e.Go, Professoren, die zur Bundesklimapolitik referierten oder Dozenten des Fraunhofer-Institutes, die zum Thema künstliche Intelligenz interessante Einblicke lieferten. 
Im Anschluss legten die DJ’s des Hochschulradios in der Aula auf, sodass einer langen Nacht nichts mehr im Wege stand. Schließlich galt es dann am nächsten Morgen, ausgerüstet mit zu wenig Schlaf und hastig zusammengekritzelten Notizen, noch schnell einen Abschlussvortrag zu halten und dann den Heimweg anzutreten.

Insgesamt hat mir das MINT-EC-Camp gut gefallen, und ich konnte den einen oder anderen neuen Kontakt gewinnen, der vielleicht auch in Zukunft nützlich sein werden wird. Insbesondere die jährlich stattfindende RWTH-Wissenschaftsnacht kann ich jedem nur ans Herz legen, auch wenn die lange Anreise auf den ersten Blick womöglich abschrecken mag.