Nepomucenum
Städtisches Ganztagsgymnasium
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MINT: Weißrussische Zeitzeugin berichtet über Reaktorkatastrophe von Tschernobyl

Am heutigen Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl war Evgenija Filomenko  aus Weißrussland zu Gast bei den 9.Klässlern. Sie berichtete sehr persönlich über die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor 32 Jahren. Ganz herzlich möchten wir uns bei der Coesfelder Kinderhilfe Tschernobyl und dem Umweltforum Münster bedanken, die diesen Besuch ermöglicht haben. Für uns ist der Besuch durch die Zeitzeugin Evgenija Filomenko und den Dolmetscher Prof. Isak Margolin eine besondere Bereicherung des Unterrichts, der sich nicht durch Filme oder Bücher ersetzen lässt.

In Zeiten ständiger Informationen und Kontakt-Aufnahme via Smartphone ist es nur schwer vorstellbar, dass damals die Bewohner der Region über die Gefahren der radioaktiven Strahlung nichts wussten und erst Tage später Evakuierungsmaßnahmen ergriffen wurden. Evgenija Filamenko musste ihre zwei und fünf Jahre alten Söhne zur Evakuierung abgeben und konnte Sie erst Tage später wieder besuchen. Andere Eltern fuhren an vielen Wochenenden durch das Land, um ihre evakuierten Kinder wieder zu finden. Sie selber musste mit ihrem Mann im verstrahlten Gebiet bleiben und als Liquidatoren bei der Beseitigung der Schäden und Umsiedlung der Menschen helfen. Die Zeitzeugin ist den Tränen nahe, als sie erklärt, dass ihr Mann mit 36 Jahren an den Folgen der Strahlung starb, ihr Sohn schwere Behinderungen davon getragen hat und sie selber auch erkrankt ist. Nur selten sind Unterrichtsstunden so still und bewegend wie diese.

Auf die Frage, warum die 61-jährige dennoch die lange und anstrengende Reise auf sich nimmt, erklärt Evgenija Filamenko, dass die Opfer dieser Katastrophe nicht vergessen werden dürfen. Insbesondere, da viele mit ihrem Einsatz die weitere Verbreitung radioaktiver Stoffe in ganz Europa verhindert haben. Nur wer aus der Katastrophe von Tschernobyl lernt, kann sich für eine lebenswerte Zukunft ohne Risiken der Atomkraft einsetzen – und genau dies wünsche sie sich von den Schülerinnen und Schülern, die eine etwas andere Physik- und Geschichts-Stunde erleben durften.