Nepomucenum
Städtisches Ganztagsgymnasium
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PSF 1452

Reisebericht Wiebke Leopold

Schüleraustausch nach St. Petersburg!

Auf unserer Reise nach St. Petersburg im Rahmen des Schüleraustausches haben wir jeden Tag viel erlebt.
Nach unserem entspannten ungefähr zweieinhalb Stunden langen Flug haben wir zunächst knappe zwei Stunden benötigt, um durch die Passkontrolle zu kommen, da wir im Flugzeug ein falsches Dokument zur Einreise bekommen hatten. Doch dann gab es ein sehr freudiges Wiedersehen mit unseren Freunden aus Russland! Anschließend sind wir jeder einzeln zu unseren Familien gefahren, wobei mir auf der Fahrt schon die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gezeigt und auch erklärt wurden. In der Wohnung angekommen, wurde ich erst einmal herzlich begrüßt und aufgenommen.
In der Nacht, so ca. von halb zwölf bis zwei Uhr, bin ich dann mit meinem Gastvater, meiner Austauschschülerin und ihrer Schwester noch einmal in die Innenstadt gefahren, um mir St. Petersburg bei Nacht und die Öffnung der Brücken über die Neva anzusehen. Das war toll!
Am nächsten Morgen wurden wir nach einem leckeren Frühstück zu neun Uhr in die Schule gefahren, wo wir in Kleingruppen von einigen Schülern eine englische Führung durch einen Teil der riesigen Schule bekommen haben, die über beste Technik in jedem Klassenraum und sogar über ein kleines Theater verfügt. Die Disziplin, die Größe und die schlichte Schönheit der Schule hat uns alle sehr beeindruckt!
Dann haben wir eine Stadtrundfahrt mit dem Bus gemacht, auf der wir viele Informationen über die Stadt und einige ihrer Sehenswürdigkeiten bekommen haben. Nach dieser langen und interessanten Tour kehrten wir zurück zur Schule, wo uns einige Schüler, ganz junge und auch ältere, (traditionelle russische) Tänze, Lieder und auch kurze Szenen zeigten, die sie in freiwilligen Kursen nach der Schule einstudiert haben. Diese Darbietung haben wir sehr genossen!
Danach haben wir, wie auch an einigen anderen Tagen während unserer Reise, in der Schule zu Mittag gegessen und hatten dann Freizeit, die ich mit meiner Austauschschülerin zu Hause verbrachte. Gegen Abend haben wir uns dann noch mit den russischen und deutschen Schülern ein witziges Phantomimenstück angesehen. Abschließend sind wir dann zu den Familien gefahren und haben den Abend ruhig ausklingen lassen.
Der Sonntag stand den Familien zur freien Verfügung. Mein Gastvater und meine Austauschpartnerin haben mit mir eine Bootstour durch die Stadt gemacht und anschließend waren wir im Russischen Museum, wo viele wunderschöne Bilder von russischen Künstlern, wie z.B. Ivan Aivazovsky, hängen.
Dann habe ich mich mit einer anderen Deutschen, meiner und ihrer Austauschschülerin und ein paar von ihren Freunden getroffen, um ein bisschen den Nevskij-Prospekt, die Haupteinkaufsstraße, entlang zu bummeln. Am Platz vor der Eremitage, dem Dworzowaja-Platz, sind wir dann in einen Flashmob mit Seifenblasen geraten, der uns ein Stück „mitriss“.
Am Montag haben wir uns wie jeden Morgen um neun Uhr an der Schule getroffen. Dann sind wir in Vierergruppen für die erste Stunde, von 9:00-9:40Uhr, in den Unterricht gegangen. Ich war in „Hauswirtschaft“, wo wir zusammen mit den russischen Schülern zunächst Bliny, russische Pfannkuchen, gemacht und anschließend auch verzehrt haben. Danach sind wir zur Peter-und-Paul-Festung, die auf der „Gründerinsel“ liegt, gelaufen, wo wir eine Führung hatten, die von den Muttersprachlern übersetzt wurde. So gegen drei Uhr trafen wir wieder in der Schule ein, ganz nass vom Regen, aber dennoch mit bester Laune. Nach dem Mittagessen habe ich zusammen mit meiner Austauschschülerin, drei Freundinnen von ihr und einer Deutschen die Stadt erkundet. Wir waren auch auf und in der Isaak-Kathedrale und haben uns einige Denkmäler von Peter dem Großen, dem Gründer der Stadt, angesehen. Den Abend habe ich in der Familie ruhig ausklingen lassen, was nach den Anstrengungen des Tages mit den vielen neuen Eindrücken ganz entspannend war.
Am nächsten Tag haben wir die riesige Eremitage besucht, die sehr beeindruckend war. Allein schon von außen ist der Winterpalast wunderschön, aber auch innen wurde nicht an Glanz und Prunk gespart: Viele Deckengemälde, verzierte Wände und Gold schmücken die einzelnen Räume. In ihnen findet man tolle Bilder von den bekanntesten Malern. Doch obwohl wir viel Zeit in der Eremitage verbracht haben, konnten wir bei weitem nicht alles sehen, da sich die riesige Ausstellung über drei Stockwerke erfasst, wobei jede einzelne Etage schon viel zu groß ist, um sie an einem Tag zu besichtigen.
Nach dem Mittagessen in der Schule war ich dann mit einer deutschen Freundin und ihrer Austauschschülerin im Zoo, der als der Größte, Schönste und auch Älteste gilt. Jedoch wurden wir ein wenig enttäuscht, da er mit dem Standard in deutschen Zoos eindeutig nicht mithalten kann. Leider begann es dann wie aus Eimern zu gießen und wir wurden komplett nass. Ich wurde von meiner Austauschschülerin, die noch etwas in der Schule zu tun gehabt hatte, und ihrem Vater abgeholt.
Am Mittwoch haben wir einen Tagesausflug nach Puschkin gemacht, der Sommerresidenz der Zaren. Dort haben wir zunächst die riesige und aufwendige Parkanlage besichtigt. Anschließend waren wir im Katharinenschloss, wo auch das bekannte Bernsteinzimmer ist.
Auf der etwa einstündigen Fahrt haben wir an einem Denkmal für die Gefallenen im Zweiten Weltkrieg gehalten, das dort lag, wo die Massengräber mit den Toten vieler Nationen gefunden wurden. Das hat uns alle sehr berührt.
Nachdem wir wieder an der Schule angekommen waren, habe ich mich mit meiner Austauschschülerin auf den Weg zum berühmten Marijnski-Theater gemacht, wo wir am Abend die Oper „Idomeneo, ré di creta“ von Wolfang Amadeus Mozart sahen. Die Aufführung und auch das Theater an sich haben mich wirklich sehr beeindruckt. Auch wenn ich nicht ganz verstanden hatte, worum es genau ging, hat mich der Gesang, den ich sonst eigentlich nicht so mag, so mitgenommen, dass ich ganz vertieft war. Diesen Abend habe ich wirklich genossen!
Am Donnerstag, unserem letzten ganzen Tag in St. Petersburg, haben wir zunächst das Wassermuseum besucht, wovon wir alle nicht so begeistert waren, obwohl es an sich richtig schön gemacht war. Dann hatten wir ein typisch russisches Mittagessen im Museum, was allen gut schmeckte. Danach sind wir gemeinsam mit der Metro zum Nevskij-Prospekt gefahren, wo wir eineinhalb Stunden Freizeit hatten, in der die meisten sich Souvenirs gekauft haben.
Am Abend haben wir uns dann noch mit allen russischen und deutschen Austauschschülern getroffen, um die Woche gemeinsam ausklingen zu lassen. Zum Schluss sind wir an die Neva gegangen und unsere russischen Austauschschüler hatten noch eine Überraschung für uns: jeder bekam einen japanischen Lampion, in dem wir Wachs entzündeten und ihn anschließend in die Nacht stiegen ließen. Das sah wunderschön aus und war ein toller gemeinsamer Abschluss!
Am Freitag haben wir uns schon mit unseren Koffern an der Schule getroffen. Dann sind wir aber noch für die ersten beiden Schulstunden in den Unterricht gegangen. Danach hatten wir noch ein Stück Kuchen und Tee in einem Café und haben uns dann von unseren Freunden verabschiedet. Anschließend sind wir zum Flughafen gefahren und die Stimmung war eher gedrückt. Trotzdem waren wir froh, dann auch wieder in Deutschland zu sein und haben uns gewundert, wie grün die Natur um uns schon war!

Insgesamt war es eine wunderschöne Reise, die ich sehr genossen habe. Ich habe viele neue Eindrücke gewonnen und neue Freunde gefunden. Mir ist auch noch einmal deutlich geworden, wie schön es ist, ohne viel Hektik zu leben. Schade war nur, dass wir recht wenig mit unseren Austauschschülern unternommen haben, da sie vom Unterricht nicht freigestellt wurden. Dennoch werde ich diese Reise und meine neu gewonnenen Freunde nie vergessen! Danke für diese tolle Erfahrung!

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