Nepomucenum
Städtisches Ganztagsgymnasium
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Holtwicker Straße 8
48653 Coesfeld
PSF 1452

Geschichte – Basiswissen 1

Frühzeit des Menschen
4 Mio. Jahre – 3000 v. Chr. Entwicklung des Menschen
9000 v. Chr. Menschen beginnen sesshaft zu werden
3000 v. Chr. Menschen erfinden das Rad
Historiker nennt man die Spezialisten für die Beschäftigung mit Geschichte
Archäologen suchen nach den Überresten vergangener Zeiten. Aus ihren Funden versuchen sie Schlüsse auf die Lebensweise der Menschen damals zu ziehen. (suchen, ausgraben, untersuchen, auswerten)
Quellen sind in der Geschichtswissenschaft Dokumente oder Gegenstände, aus denen Kenntnisse über die Vergangenheit gewonnen werden können. Quellen müssen befragt und kritisch ausgewertet werden.
Jungsteinzeit bezeichnet die letzte Phase der Steinzeit von ca. 8000 bis 3000, in der die Menschen Landwirtschaft zu treiben begannen.
Neolithische Revolution
Der Übergang zu Ackerbau und Viehhaltung in der Jungsteinzeit ( etwa 9000 v. Chr.) wird als „neolithische (griech.: jungsteinzeitliche) Revolution“ bezeichnet. Im Laufe von Jahrtausenden setzte sich die bäuerliche Lebensform durch (Sesshaftigkeit, Viehzucht , Ackerbau, Handwerk, dörfliche Siedlungsformen).
Hochkultur ist eine frühe Kultur, die bereits eine Schrift, Städte und eine staatliche Verwaltung kennt (die drei „S“)
Gesellschaftspyramide Diese Skizze (in Form einer Pyramide) verbildlicht den Aufbau eines Staates. Die Staatsspitze wird oben, die unterste Schicht in der Basis eingetragen, dazwischen verdeutlichen Pfeile die Beziehungen zwischen den sozialen bzw. politischen Schichten.
Hierarchie Rangordnung innerhalb einer Gesellschaft (griech.: heilige Ordnung)
Herrscher / Herrschaft Herrschende sind die mächtigsten Personen in einem Staat, sie üben Macht über Menschen aus, die ihnen untergeben , von ihnen abhängig sind. Sie erteilen Befehle und erlassen allgemeine Regeln ( Gesetze) für ihre Untertanen. Sie können ihre Macht auch an Personen übertragen, die man als Beamte bezeichnet.
Pharao nennen die Ägypter ihren Herrscher. Das Wort heißt wörtlich „großes Haus“ und meinte ursprünglich nur den Palast.

Griechische Geschichte
776 v. Chr. erste Olympische Spiele
508 v. Chr. Einführung der Demokratie in Athen
490/480 v. Chr. Siege gegen die Perser mit großem Einsatz von Sparta und Athen
477 v. Chr. Attischer Seebund unter der Führung Athens
323 v. Chr. Alexander der Große stirbt in Babylon
Kleisthenes Der Adelige wollte, dass über alles Wichtige alle Bürger gemeinsam entscheiden (Mitbestimmung des Volkes)
Polis griechisches Wort für Stadt, bezeichnet auch den Staat aus Stadtbürgern und Umlandbewohnern.
Solon athenischer Staatsmann, der um 600 v. Chr. versuchte, zwischen Adeligen und Volk zu vermitteln und eine Verfassung gab, die Rechte nach dem Besitz staffelte.
Monarchie griechisches Wort für Königsherrschaft, in der eine Königsdynastie die Herrschaft meist an den ältesten Sohn weitergibt.
Aristokratie griechisches Wort für Adelsherrschaft, in der nur die von Geburt Adeligen und deren Familien politische Rechte haben.
Demokratie griechisches Wort für Volksherrschaft, in der zunächst nur die freien Männer einer Polis politische Rechte hatten. Heute hat in einer Demokratie meist jede Frau und jeder Mann die gleichen politischen Rechte.
Hellenismus die griechische Kultur und Staatenwelt von ca. 300 bis 30 v. Chr. Alexanders Eroberungszug hat die antike Welt verändert, da die griechischen und makedonischen Soldaten seines Heeres die griechische Kultur (Griechenland griech.: Hellas) in ferne Länder brachte (Persien, Ägypten, Syrien, Indien). Die griechische Lebensart galt als vornehm und modern, das Griechische wurde zur Weltsprache. Griechische Kunst, Wissenschaft und Philosophie setzten sich durch. Daher wird die Zeit nach Alexanders Tod Hellenismus genannt
Kolonisation Auswanderung vieler Griechen aus Griechenland zwischen 750 – 550 v. Chr., um eine neue Heimat zu finden. Bürger von Poleis („Mutterstädte“) gründeten selbstständige „Tochterstädte“, die größer wurden als ihre „Mutterstädte“.
Hegemonie griechisches Wort für Vorherrschaft einer Polis über die anderen.
Gymnasion griechische Sportstätte, in der die jungen Männer unbekleidet trainierten. Heute ist ein Gymnasium die Höhere Schule, die zum Abitur führt.

Römische Geschichte
753 v. Chr. sagenhaftes Datum der Gründung Roms
ca. 500 v. Chr. Rom wird Adelsrepublik
201 v. Chr. Sieg über Hannibal
133 v. Chr. Gracchen, Beginn der Auflösung der Republik
44 v. Chr. Ermordung Caesars
31 v. Chr. Ende der Republik, Beginn der Kaiserherrschaft des Augustus
476 n. Chr. Absetzung des letzten weströmischen Kaisers durch Germanen
Republik lateinisches Wort für Staat, in welchem die Herrschaft nicht von einem König ausgeht, sondern vom Adel, von den Bürgern oder einer Partei.
Senat in Rom die Versammlung der Häupter der Adelsfamilien, die bis zur Kaiserzeit die Richtlinien der Politik bestimmten. Heute die Regierung freier Städte wie Berlin
und Hamburg.
Magistrat in Rom und den Städten des römischen Reiches gewählte Regierungsbeamte und ihr Amt. Heute in vielen Städten die Stadtverwaltung.
Konsuln waren in Rom die zwei obersten und auf ein Jahr gewählten Staatsbeamten. Sie führten das Heer und hatten unumschränkte Macht.
Diktator in Rom die sechsmonatige Herrschaft eines Mannes in Notzeiten. Später machten sich Männer wie Cäsar zu Diktatoren auf Lebenszeit – wie die heutigen
Gewaltherrscher.
Kaiser abgeleitet von „Caesar“. Das Wort bezeichnet seit Augustus den Titel eines Mannes, der nicht nur einen Staat regiert, sondern ein Reich aus mehreren Staaten.
Prinzipat die Staatsform des frühen römischen Kaisertums. „Princeps“ heißt eigentlich nur „der Erste des Senats“. Dieser Titel sollte die Alleinherrschaft des Augustus
verschleiern.
Romanisierung die Übertragung der römisch-griechischen Kultur auf die unterworfenen Völker.Romanische Sprachen (Französisch, Italienisch, Spanisch etc.) sind die aus dem Lateinischen entstandene Sprachen.
Imperium lateinisches W ort für Befehl und Reich. Ein Imperium steht unter der Führung einer Stadt, eines Staates oder eines Kaisers.
Limes der römische Grenzwall in Süddeutschland zwischen Rhein und Donau, der ab ca. 90 n. Chr. errichtet wurde.

Mittelalter
800 n. Chr. Karl der Große wird zum Kaiser gekrönt
936 – 973 n. Chr. König Otto I., der Große, regiert das Reich
1077 n. Chr. Gang nach Canossa
Byzanz Stadt am Bosporus, die als Hauptstadt des Oströmischen Reiches „Konstantinopel“ hieß und später als Hauptstadt des Türkischen Reiches „Istanbul“.
Völkerwanderung im engeren Sinn die germanische Wanderungsbewegung vom 3. bis 6. Jahrhundert, die das Weströmische Reich in einzelne Germanenstaaten auflöste und aus der das Frankenreich als Erbe Roms hervorging.
Verfassungsskizze ist eine bildliche Darstellung über das Funktionieren eines Staates, seiner Organe und seiner gesetzlichen Ordnung mit Wahlrecht, Aufgaben der Regierung und deren Kontrolle.
Mittelalter Bezeichnung der Historiker für den Zeitraum zwischen Antike und Neuzeit von ca. 500 n. Chr.(Zerstörung Westroms) bis ca. 1500 n. Chr. (Entdeckung Amerikas). Er lässt sich unterteilen in Frühmittelalter (bis ca. 900 n. Chr.), Hochmittelalter (ca. 900-1300 n. Chr.) und Spätmittelalter (ab ca. 1300 n. Chr.).Wichtige Merkmale des Mittelalters sind die Verbindung zwischen Kirche und weltlichen Herrschern, die Ständegesellschaft und das Lehnswesen.
Königsheil Vorstellung der germanischen Stämme (z.B. der Franken), dass der König seine Wunderkraft durch die Götter, mit denen er in Verbindung steht, bezieht und an den Stamm weitergibt.
Gottesgnadentum Christliche Vorstellung, dass Gott einem König die Fähigkeit zum Regieren verleiht. Diese Gnade wird auch auf die Königsfamilie (Dynastie) übertragen.
Königserhebung Der König hatte einen weltlichen und einen christlichen Herrscherauftrag. Zur weltlichen Aufgaben gehörten die Sicherung der Herrschaft in seinem Reichsgebiet und die Eroberung neuer Gebiete. Zum christlichen Auftrag gehörte die Sicherung und Verbreitung des Christentums. Seit Otto I. (im Jahr 936) wird der König daher von den Reichsfürsten ausgewählt und anschließend von der Geistlichkeit (den Bischöfen) gesalbt.
Reichskirche Seit der Karolingerzeit überließen die Könige den Bischöfen und Äbten große Gebiete, zahlreiche Herrschaftsrechte und hohe Ämter, welche die Geistlichen nicht weitervererben konnten. Die Geistlichen(der Klerus) standen daher in einem besonderen Treueverhältnis zum König. Als Gegenleistung erwartete der König z.B. Dienste bei Hof oder das Stellen von Heeren im Kriegsfall.
Kaiser Der Kaisertitel war der höchste weltliche Herrschertitel und wurde vom Papst an einen König verliehen. Aufgaben des Kaisers waren der Schutz der Kirche und des
Papstes, die Verbreitung des Christentums und die Bekämpfung der Heiden.
Heiliges Römisches Reich Diese Bezeichnung kommt im 13. Jahrhundert auf, erst ab dem 14. Jahrhundert wird daran der Zusatz „Deutscher Nation“ gehängt. Seit dem 11. Jahrhundert umfasst es das ostfränkische Königreich, d.h. die deutschen Gebiete, die später auch deutsches Königreich genannt werden, das Königreich Italien, das Königreich Burgund (bis zum 15.Jh.). Das Heilige Römische Reich bestand bis 1806.
Lehen Das verliehene Land und die auf diesem Land lebenden verliehenen Arbeitskräfte, die ein König oder ein Fürst an einen Adligen auf Lebenszeit verleiht, nennt man
Lehen. Das Lehen konnte nach dem Tod des Lehensinhabers wieder an den König / Adligen zurückfallen oder neu vergeben werden.
Vasall adliger Lehensinhaber, der die Erträge aus dem Lehen behält, dem König dafür aber militärische Hilfe leisten oder mit Rat zur Seite stehen muss. Der Vasall ist dem
König zu Treue verpflichtet. Teile des Lehens kann er an Untervasallen weiterverleihen.
Grundherrschaft Der Eigentümer des Bodens (Grundherr) war im Mittelalter zugleich Herr über die Bauern (Grundholde), die von ihm abhängig waren und ihm Frondienste und Abgaben (Grundzins) leisten mussten. Die Grundherrschaft bestimmte die gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Ordnung im Mittelalter.
Freie im Mittelalter alle Personen, die Eigentum besaßen und somit nicht von einem Grundherrn abhängig waren. Sie konnten frei über sich und ihr Eigentum verfügen.
Hörige Personen, die kein eigenes Land besaßen und so von ihrem Grundherrn abhängig waren. Sie waren unfrei, konnten das ihnen zugeteilte Land nicht verlassen und
mussten ihrem Grundherrn Abgaben und Frondienste leisten. Allerdings durften Hörige bewegliches Eigentum erwerben.
Leibeigene Als Leibeigene bezeichnet man das Gesinde (z.B. Mägde, Knechte) am Herrenhof, das weder bewegliches Eigentum noch persönliche Rechte besaß.
Ständegesellschaft Im Mittelalter waren die Menschen der Überzeugung, dass Gott die Menschen in drei Gruppen (Stände) mit unterschiedlichen Aufgaben aufgeteilt habe: in die Geistlichkeit, den Adel und in die Bauern / Handwerker. Jeder Stand sollte die anderen Stände unterstützen, d.h. für die anderen beten, kämpfen oder arbeiten. Die Geburt entschied, welchem Stand der Mensch angehörte.
Adel Zum Adel gehören Freie, die für den König als ihrem obersten Lehnsherrn Kriegesdienst leisten mussten und ihm bei der Verwaltung des Reiches halfen. Sie
besaßen oft eigenen Besitz, über den sie herrschten. Den Adelstitel erhielt man durch Abstammung, in manchen Fällen jedoch durch Heirat, Übernahme eines
hohen Amtes oder durch Einkaufen in den Adelsstand.
Dreifelderwirtschaft Im Rhythmus von drei Jahren wurde auf einem Feld zunächst ein Jahr Wintergetreide, dann ein Jahr Sommergetreide und im dritten Jahr
Brache (z.B. Gras) angebaut, auf dem das Vieh weidete und den Boden zusätzlich düngte. Durch die Dreifelderwirtschaft wurden die Erträge der Landwirtschaft
deutlich gesteigert.
Herrschaftszeichen (Herrschaftsinsignien; lat. signum = das Zeichen) Zu den Herrschaftszeichen gehörten die Krone, der Herrscherstab (Szepter), der Reichsapfel und ab dem 10. Jh. die heilige Lanze.
Stadt Die Stadt des Mittelalters ist dadurch gekennzeichnet, dass König oder Fürsten den Stadtbürgern bzw. der Stadtregierung bestimmte Freiheiten verliehen haben. Dazu gehörte das Recht, Markt abzuhalten, eine eigene Münze (Währung) einzuführen und eine Mauer zu errichten.
Bürger Im Mittelalter sind Bürger nur die vollberechtigten Stadtbewohner. Frauen genossen das Bürgerrecht ihrer Männer, hatten keinen Sitz im Rat, da ihnen im Allgemeinen keine politischen Rechte gewährt wurden. Die Vorstellung eines freien Bürgers dehnte sich in der Neuzeit auf alle Einwohner eines Staates aus. Das Bürgertum hat mit seinen Lebensvorstellungen unsere heutige Welt geprägt.
Zunftzwang Niemand konnte im Mittelalter einen Handwerksbetrieb aufmachen, ohne als Mitglied einer Zunft die Genehmigung zu haben.
Patrizier Der Begriff wurde im antiken Rom für die Oberschicht benutzt. Für die Städte des späten Mittelalters werden darunter die Fernhandelskaufleute zusammen mit den adligen Amtsleuten verstanden.