Nepomucenum
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MINT: Lukas Lettmann beim Landesseminar Chemie NRW

Von Lukas Lettmann:

Foto: Copyright Bayer AG

Von Samstag bis Dienstag (03.02.2018 bis 06.02.2018) fand das sogenannte Landesseminar NRW zur Internationalen Chemie-Olympiade 2018 statt. Der Wettbewerb heißt so, weil nach vier Auswahlrunden mit tausenden Schülern ein vierköpfiges Team feststeht, das sich dann mit anderen Teams aus der ganzen Welt misst. Zum Beispiel fand diese internationale Runde 2017 in Thailand statt, in diesem Jahr geht es nach Prag. Beim Landesseminar treffen sich die 20 Teilnehmer aus NRW, die in der zweiten Runde des Auswahlverfahrens die besten Ergebnisse erzielt haben. Der Sinn des Treffens ist, dass wir Schüler uns kennenlernen und auf den Rest des Wettbewerbs vorbereiten können.

Dazu waren wir in einer Jugendherberge im Zentrum Kölns. Am Anreisetag stand eine Stadtführung auf dem Programm. Besonders interessant war dabei die Virtual-Reality-Zeitreise (TimeRide VR Köln) in das Köln des frühen 20. Jahrhunderts. Mit VR-Brillen wurde dabei eine Art Straßenbahnfahrt durch die rekonstruierte historische Stadt simuliert. Nach dem Abendessen in einem Brauhaus haben wir noch gekegelt.

Am nächsten Tag ging es richtig los: Es gab zehn Stunden Vorträge zu vielen Themen der Chemie, jeweils zusammen mit Übungsaufgaben. Schwerpunkte waren organische, physikalische und analytische Chemie, konkret: Struktur von Molekülen, Reaktionen, Proteine, Kunststoffe, Thermodynamik (Reaktionsenergie), Kinetik (Reaktionsgeschwindigkeit) und analytische Messmethoden. Die Vorträge gingen wie der Wettbewerb selbst inhaltlich über die bekannte Schulchemie hinaus und waren daher umso interessanter.

Foto: Copyright Bayer AG

Solche Vorträge zogen sich durch das ganze Seminar und auch am Montag ging es so weiter. Jedoch fehlte es nicht an Abwechslung; dafür sorgte unter anderem das Praktikum bei der Bayer AG in Leverkusen. Wahrscheinlich haben die meisten schon mal eine „Aspirin“-Tablette genommen oder „Bepanthen“ verwendet. In dem Praktikum haben wir Aspirin selbst hergestellt. Theoretisch ist das zwar eine recht simple Reaktion, im Labor musste ich aber auf viele Dinge achten: den genauen Aufbau und die saubere Durchführung, insbesondere auch auf Sicherheit (da unter anderem mit potenziell tödlichem Toluol und Essigsäureanhydrid gearbeitet wurde). Am Ende haben wir unsere verschiedenen Ausbeuten an Aspirin miteinander verglichen.

Abwechslung gab es aber nicht nur innerhalb der Chemie, sondern auch darüber hinaus: Am letzten Abend haben wir an einem Zirkus-Workshop teilgenommen, inklusive akrobatischem Pyramidenbau und – das freute uns Chemiker natürlich besonders – Feuerspucken (nicht mit Flüssigkeit, sondern mit Bärlappsporen, ähnlich wie bei einer Mehlstaubexplosion).

Wie man sehen konnte, gibt es sehr viele Gründe, daran teilzunehmen. Der Schlafmangel dort (die Tage fingen früh an und endeten nach Mitternacht) ist kein wirkliches Gegenargument, wenn man die wirklich schöne Zeit mit den anderen Teilnehmern und jungen Betreuern bedenkt. Im März geht es weiter: In Göttingen findet dann die dritte Runde statt, zu der 60 Schüler aus Deutschland eingeladen wurden. Ich freue mich jetzt schon, alte und neue Gesichter zu sehen und diesmal für eine ganze Woche eine Mischung aus Chemie und Spaß mit den anderen Teilnehmern zu erleben.