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Eine Woche als Parlamentarier

Von Marek Walde

Eine Woche Parlamentarier sein – das war etwas ganz Besonderes und ziemlich aufregend. Ich hatte in der vergangenen Woche die Gelegenheit, am Planspiel „Jugend und Parlament“ im Deutschen Bundestag teilzunehmen.

Gemeinsam mit rund 350 weiteren Jugendlichen im Alter von 17 bis 20 schlüpfte ich in die Rolle des fiktiven Abgeordneten „Marco Gernemann“ von der „Gerechtigkeitspartei“. Sowohl unser Rollenprofil als auch die Parteizugehörigkeit wurden uns dabei zugelost.

Zu verdanken habe ich dieses Erlebnis unserem Bundestagsabgeordneten Friedrich Ostendorff von den Grünen. Dieser nominierte mich für das Planspiel und hat mir somit die Teilnahme an diesem ermöglicht.

In vier Tagen haben wir tiefe Einblicke in den wirklich anstrengenden Alltag unserer Parlamentarier erhalten und so die Gelegenheit bekommen, aus einer einmaligen Perspektive auf die deutsche Politik zu blicken.

Am ersten Tag standen zahllose Wahlen innerhalb unserer Fraktion an. Wie in der echten Politik wurde um Posten und Positionen gerungen und gekämpft. Nachdem Landesgruppensprecher, Schriftführer, Fraktionsvorsitzender und sämtliche Stellvertreter gewählt waren, ging es in die inhaltliche Arbeit.

Ich habe mich als ‚Außenpolitiker‘ im EU-Ausschuss mit einem fiktiven Auslandseinsatz der Bundeswehr im westafrikanischen ‚Sahelien‘ beschäftigt und gemeinsam mit dem Ausschuss einen Entschließungsantrag vorbereitet. Dies geht jedoch nicht mal eben in zehn Minuten, sondern erfordert viel Zeit und Spucke. Zuerst mussten wir uns in unserer eigenen Fraktion abstimmen. Hierbei war es wichtig, dass alle innerparteilichen Strömungen eingebunden waren und sich alle mit der Position identifizieren konnten. Anschließend ging es in die Ausschüsse, in denen wir den anderen Fraktionen unsere Vorstellungen präsentierten und versucht haben, uns auf eine gemeinsame Position zu einigen. Da meine Partei, die ‚GP‘, die größte Regierungspartei war, ist es uns mit der Hilfe unseres Koalitionspartners gelungen, die meisten Vorstellungen zu verwirklichen.

Zurück von den Ausschüssen haben wir in einer Fraktionssitzung unsere Linie abgestimmt, damit wir diese möglichst einheitlich im Plenum vertreten konnten. Bis auf einige ‚Abweichler‘ ist uns dies auch gelungen.

Zum Abschluss der Woche wartete noch ein besonders interessantes Treffen auf uns: Wir hatten die Gelegenheit zu einer einstündigen Diskussionsrunde mit Vertretern aller im Bundestag vertretenen Parteien.

Eine aufregende Woche mit sehr wenig Schlaf und vielen spannenden Eindrücken. Mein Tipp für alle politisch Interessierten: Einfach bei einem Bundestagsabgeordneten bewerben und im kommenden Jahr auch bei „Jugend und Parlament“ teilnehmen.

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